Zwei Tage Protest gegen Bundeswehr-Präsenz bei der Messe „Einstieg 2017″

Über zwei Tagen haben wir gemeinsam mit vielen FreundInnen und GenossInnen gegen die Bundeswehr-Präsenz bei der „Messe für Ausbildung und Studium“ Einstieg in den Messehalle Hamburg protestiert. Wir haben mehrere tausend Flyer an die Jugendlichen und ihre Eltern verteilt, die zur Messe gegangen sind.

Außerdem haben wir mit zahlreichen Messe-BesucherInnen angeregte Diskussionen über die Kriege von deutschem Boden und unter Beteiligung des deutschen Militärs, über Bundeswehr-Werbung, Rekrutierung Minderjähriger und vieles mehr führen können. Am gestrigen Freitag übernahm sogar eine Gruppe junger kurdischer Frauen für kurze Zeit unsere Anlage und es wurde rund um unseren gut besuchten Infostand getanzt. Der Zuspruch überwog über beide Tage die ablehnenden Reaktionen deutlich. Wir wurden immer wieder darin bestärkt, weiter gegen Kriege, Kriegstreiberei, Hetze in den Leitmedien usw. auf die Straße zu gehen.
Es wird Zeit, dass auch die Ausrichter der Messe einsehen, dass der Dienst an der Waffe kein Beruf wie jeder andere ist, dass es darum geht, Menschen zu töten, zu töten für die Interessen von Unternehmen und die politische Elite dieses Landes. Deshalb fordern wir: Bundeswehrauftritte stoppen! Kein Werben fürs Töten und Sterben!
Vielen Dank an die Friedensinitiative Niendorf, die Deutsche Friedensgesellschaft (dfg-vk) – Regionalgruppe Hamburg, United People Hamburg, das Hamburger Forum und viele andere für ihre Unterstützung.

Antimilitaristischer Hip Hop

Bundeswehr raus aus den Schulen CD – Spezial BoB Neuauflage als mp3 Download mit Chefket, Master Al, Albino, Holger Burner…
mp3 Download
CD Cover BoB

„Let’s Care“ sorgt für SoldatInnennachwuchs

Am gestrigen Mittwoch und heute hat unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ gemeinsam mit der Friedensinitiative Niendorf und der Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) gegen die Bundeswehr-Werbung und -Rekrutierung bei „Let’s Care. Jobmesse Soziale Berufe“ demonstriert. Das lokale „Niendorfer Wochenblatt“ hat bereits über die Proteste berichtet.

Über zwei Tage haben wir bei echtem norddeutschen Schietwetter hunderte Flyer verteilt und diskutiert. Viele Besucher- und zahlreiche AusstellerInnen der Messe kamen an den Infostand und haben uns ihre Zustimmung deutlich signalisiert und artikuliert. Einzelne AusstellerInnen haben auch Flyer in die Messe-Hallen mitgenommen und sich bei der Messeleitung über die Präsenz des Militärs und die Ausgrenzung der Friedens- und AntikriegsaktivistInnen beschwert. Alle, die sich an der Kundgebung vor dem Messe-Eingang beteiligt haben, durften auf ausdrücklich Anweisung der Messeleitung nicht die Ausstellungsräumlichkeiten betreten. Dafür gab es Gratis-Kaffee von den sympathisierenden AusstellerInnen.
„Let’s Care“ ist laut eigenen Angaben „die größte Messe ihrer Art in Deutschland“ und findet jährlich in den Messehallen in Hamburg-Schnelsen statt. Partner der Jobmesse sind neben der Bundesagentur für Arbeit, die ohnehin mit der Bundeswehr kooperiert, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Deutsche Bundesverband für Pflegeberufehttps://www.dbfk.de/de/index.php und die Diakonie Hamburg.
Die „Karriereberatung“ der Bundeswehr warb vor allem mit Ausbildungsberufen im medizinischen Bereich (Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Notfallsanitäter/-in, Medizinische/-r Fachangestellte/-r, Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r, Medizinisch-technische/-r Assistent/-in), mit dem Studium der Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Pharmazie sowie mit eine Praktikum im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus. Der Fokus auf der Nachwuchsreklame auf das Gesundheitswesen korreliert mit der Millionen Euro teuren Rekrutierungskampagne „Mach was wirklich zählt“, mit der zuerst IT- und derzeit Arbeitskräfte für den Sanitätsdienst der Bundeswehr „gewonnen“ werden sollen.

Militärpropaganda und Rekrutierungsveranstaltungen im Neuen Jahr

Ehe man sich versieht, ist das neue Jahr angebrochen. Wie zu erwarten bringt auch 2017 zahlreiche Bundeswehrauftritte mit sich. Wie aus der vierteljährigen Anfrage der Fraktion DIE LINKE im deutschen Bundestag hervorgeht, stehen allein in Hamburg im ersten Quartal des Jahres nach derzeitigen Stand der Planung vier Messen, sechs Schulbesuche, drei Truppenbesuche von Schulklassen an der Helmut-Schmidt-Bundeswehr-Universität und zwei Propaganda- und Rekrutierungsveranstaltungen im Berufsinformationszentrum (BIZ) an. Das Veranstaltungspensum bleibt damit auf einem konstant hohen Niveau. Die Zielgruppe der Agitation ist ebenfalls unschwer erkennbar: Die Bundeswehr konzentriert sich auch 2017 auf minderjährige SchülerInnen, um sie zu indoktrinieren und fürs Töten und Sterben anzuwerben.
Unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ wird sich der aggressiven Militarisierung von Schulen im Besonderen und der Öffentlichkeit im Allgemeinen weiterhin in den Weg stellen. Wir freuen uns dabei über eure Solidarität und Mitwirkung in jeglicher Form.

Die Bundeswehr auf Messen:
11.-12.1 Let’s Care
14.-15.1. Jobmesse
17.-18.2. Messe Einstieg
2.3. Messe VDI Recruiting-Tag

Die Bundeswehr an Schulen:
23.1. Otto-Hahn-Schule (Stadtteilschule, 11. Klasse)
26.1. Gymnasium Meiendorf (11. Klasse)
31.1. Gymnasium Oldenfeld (11. Klasse)
2.2. Truppenbesuch (9. Klasse) des Gymnasialen Schulzentrums Stralendorf an der „Helmut-Schmidt-Bundeswehruniversität“
10.2. Stadtteilschule Niendorf (12. Klasse)
20.2. Stadtteilschule-Richard-Linden-Weg (11. und 12. Klasse)
23.2. Truppenbesuch (12. Klasse) der Berufsbildenden Schule Stendal (Fachgymnasiusm) an der Universität der Bundeswehr
1.3. Stadtteilschule Hamburg Mitte (8.-10. Klasse)
16.3. Truppenbesuch (11. Klasse) des Rudolf Hildebrand Gymnasiums Stendal (Fachgymnasiusm) an der Universität der Bundeswehr

Die Bundeswehr auf Berufsinformationsveranstaltungen:
31.1. BIZ
21.3. BIZ

Kein Nachwuchs für den Cyberkrieg

Im Messezentrum Hamburg-Schnelsen fand am Mittwoch (23.11.2016) eine Berufsorientierungsmesse für SchülerInnen mit dem Namen „Traumberuf IT & Technik“ statt. Die Veranstalterin, die kommerzielle Schülerzeitung „absolut°karriere“ des Bildungsverlags absolut°karriere GmbH & Co. KG aus München, hatte auch die Bundeswehr eingeladen.
Wie nicht zuletzt die auf IT-Arbeitskräfte zugeschnittene Werbekampagne der Bundeswehr zeigt, versuchen die Militärs jetzt, gezielt Technik- & IT-affine junge Leute anzuwerben. Hintergrund für die neuen IT-Laufbahnen bei der Bundeswehr sind mutmaßlich die Bedrohung durch „Cyber-Angriffe“.

Für die SchülerInnen war die Veranstaltung am frühen Morgen verpflichtend. Das Bündnis Bildung ohne Bundeswehr (BoB) und andere AntimilitaristInnen empfingen sie am Messeeingang unter anderem mit einer Kundgebung, zahlreichen Transparenten, zum Beispiel mit den Slogan „Krieg ist keine Berufsperspektive“ – „Kein Werben fürs Töten und Sterben“, und mit antimilitaristischer HipHop-Musik. Jugendliche konnten im Sarg probeliegen und sich am Infostand über die Rekrutierungs- und Propagandastrategien der Bundeswehr informieren.

Durch den Protest wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundeswehr bei jeglichen Berufsorientierungsveranstaltungen in der Schule, im Berufsinformationszentrum auch auch bei Messen nichts zu suchen hat. Die Bundeswehr ist kein „normaler“ Arbeitgeber, sondern für Ausbeutung, Kriege und Elend auf der ganzen Welt mit verantwortlich. In den Messehallen wie vor der Tür wurden Flyer verteilt und der Stand der Bundeswehr neu bestückt. Viele Jugendliche zeigten sich an diesem Morgen interessiert und freuten sich über die antimilitaristischen Sound.