Bildung ohne Bundeswehr! http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de Tue, 14 Nov 2017 17:34:33 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en BoB-Antikriegstalk startet im Dezember http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/11/14/bob-antikriegstalk-startet-im-dezember/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/11/14/bob-antikriegstalk-startet-im-dezember/#comments Tue, 14 Nov 2017 17:34:27 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/11/14/bob-antikriegstalk-startet-im-dezember/ Wenn wir morgens die Zeitung aufschlagen, fragen wir uns oft, wie viele schlechte Nachrichten es noch geben wird, bis sich hierzulande endlich mehr Widerstand gegen die imperialistische Politik der Bundesregierung und ihrer NATO- und EU-Partner regt.

Die internationalen Widersprüche verschärfen sich seit über 25 Jahren nahezu ungebremst. Statt einer Friedensdividende hat der Siegeszug des Kapitalismus zu mehr Kriegen um Märkte, Arbeitskräfte, natürliche Ressourcen und geopolitische Einflusszonen geführt. Ein Ende der Kriege scheint es nicht mehr zu geben.
Die herrschenden Klassen in den USA und der Bundesrepublik Deutschland sind beim globalen Wettkampf um Profite und Macht nicht nur die militärisch stärksten, sondern auch die treibenden Kräfte. Mit Hilfe der NATO und der Europäischen Union sichern sie die internationale Ausbeutung und Herrschaft insbesondere auf Kosten der Peripherie des kapitalistischen Weltsystems und der natürlichen Lebensgrundlagen.

Der Wiederaufstieg des deutschen Imperialismus erfolgte im Windschatten seiner westlichen Bündnispartner, gewinnt aber stetig an Aggressivität. Mittlerweile sind weltweit so viele deutsche SoldatInnen im Auslandseinsatz wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Zunehmend wird die Durchsetzung deutscher Interessen mit nicht-militärischen Mitteln wieder durch Waffengewalt ergänzt.

Öffentliche Debatten über diese denkwürdigen Entwicklungen gibt es kaum. Die Medien weichen höchstens vereinzelt von der Regierungslinie ab und auch aus den Reihen der „deutschen Linken“ ist zu wenig Kritik an Krieg und Militarisierung zu hören. Einige haben sich davon verabschiedet, der herrschenden Klasse und ihrer Eroberungspolitik etwas entgegen zu setzen. Andere sind gleich selbst zum Bellizismus übergelaufen. Während sich unsere Widersacher etwa durch Stiftungen und Vereine (z.B. Stiftung Wissenschaft und Politik & Atlantik-Brücke) oder Tagungen (z.B. Münchner Sicherheitskonferenz) Plattformen schaffen, auf denen die „Neue Macht & Neue Verantwortung“ der BRD besprochen wird, fehlt es uns oft an Diskussionsforen.

Wir sind der Meinung, dass wir uns gegen die Wiedererstarkung des deutschen Imperialismus und die zunehmenden Kriegsgefahren organisieren müssen. Dafür sind Informationsaustausch und Diskussionen eine zentrale Voraussetzung.

BoB wird deshalb regelmäßig Diskussionsveranstaltungen zu Themen organisieren, die für Friedensbewegte, AntimilitaristInnen und AntiimperialistInnen von Bedeutung sind. Wir laden euch herzlich ein, mit uns und den ReferentInnen unseres Vertrauens über die aktuellen Kriege und die ihnen zugrundeliegenden Interessen zu diskutieren. Was sind zurzeit die zentralen Krisenherde und wie hängen sie zusammen? Wer ist eigentlich Freund, wer ist Feind – und von wem überhaupt? Was passiert gerade in Syrien, in Afghanistan, in der Ukraine, in Nord-Korea, in Israel,… . Und warum wirbt die Bundeswehr ausgerechnet mit ihrem Einsatz in Mali? Gemeinsam wollen wir uns regelmäßig informieren und eine Meinung bilden.

Also – kommt vorbei und mischt Euch ein! BoB freut sich auf Euch!
Die erste Veranstaltung wird am 14. 12.2017 mit Werner Ruf stattfinden.
Thema: „Die Geister, die ich rief: Der islamische Staat, globalisierter Terror und westlicher Imperialismus

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Bundeswehr-Werbeoffensive in Hamburg http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/24/bundeswehr-werbeoffensive-in-hamburg/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/24/bundeswehr-werbeoffensive-in-hamburg/#comments Sat, 23 Sep 2017 22:31:05 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/24/bundeswehr-werbeoffensive-in-hamburg/ In den vergangenen Monaten war es etwas ruhiger um die Werbe- und Rekrutierungsmaßnahmen der Bundeswehr in Hamburg geworden. Die jüngste Parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat ergeben, dass es damit jetzt vorbei ist. Die lokalen Propagandaeinheiten und Personalhäscher blasen zur Offensive im letzten Viertel des Jahres.

Neben dem üblichen Vortrag im BIZ (28.11.) und den drei Auftritten des Militär-Musikkorps u.a. bei einer Konferenz des Rüstungskonzerns Thyssen Krupp Marine Systems, liegt der Schwerpunkt der Bundeswehrreklame und Gewinnung neuer SoldatInnen vor allem auf Schulbesuchen und Messeauftritten. In knapp vierzig Tagen klappern die „Karriereberater“ in Flecktarn (früher „Wehrdienstberater“) sieben Schulen ab, darunter einige Schulen, die offensichtlich längst ihren Frieden mit der Armee im Kriegseinsatz gemacht haben. Denn deren Repräsentanten sprechen dort zum wiederholten Male. Schließlich ist der bewaffnete Arm der deutschen Politik und Wirtschaft in den zwei Monaten zwischen Anfang Oktober und Anfang Dezember bei mindestens neun Messen in der Hansestadt vertreten. Mit Ausnahme der Bootsmesse für Besserverdienende („Hanseboot“), bei der die Bundeswehr ohnehin jedes Jahr willkommen ist, handelt es sich bei allen Messen um Berufsmessen für Jugendliche und junge Erwachsene. Bei diesen präsentiert sich das Militär immer als „normaler Arbeitgeber“, obgleich dem mitnichten so ist.
Unser Bündnis wird nach Kräften Protest und Widerstand gegen die Bundeswehr-Auftritte in der Öffentlichkeit und die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft organisieren. Ohne ausreichend SoldatInnen ist kein Krieg zu führen! Geht nicht zur Armee! Desertiert, wenn ihr schon dort seid! Euer und das Leben der Menschen in den Kriegsgebieten ist mehr wert als der Profit deutscher Konzerne und wichtiger als die Großmachtträume der PolitikerInnen.

Die Termine im Überblick:

BIZ
28.11.2017 22089

Schulen
09.10.2017 21129 Stadtteilschule Finkenwerder 11. Klasse
09.10.2017 21149 Gymnasium Süderelbe 11. Klasse Unterricht
10.10.2017 21075 Heisenberg Gymnasium 11. Klasse Unterricht
11.10.2017 22605 Gymnasium Othmarschen 11. Klasse Unterricht
12.10.2017 22401 Matthias-Claudius-Gymnasium 11. Klasse Unterricht
23.10.2017 22547 Stadtteilschule Lurup 11. Klasse Unterricht
22.11.2017 21073 Goethe Schule 9.-11 Klasse Unterricht

Messen
05.10.2017 22305 Hamburg Messe PARENTUM
07.10.2017 22297 Hamburg Messe STUZUBI
12.10.2017 22235 Hamburg Messe TALENTE KOMPAKT
19.10.2017 20359 Hamburg Messe ONLINE-KARRIERETAG
05.11.2017 20357 Hamburg Messe HANSEBOOT
21.11.2017 21073 Hamburg Firmenkontaktmesse BONDING
22.11.2017 22457 Hamburg Messe TRAUMBERUF IT & TECHNIK
2.12.2017 20457 Hamburg Studien- und Ausbildungsmesse STARTSCHUSS ABI
09.12.2017 22457 Hamburg Messe MASTER / BACHELOR AND MORE

Musikkorps
17.10.2017 20539 Rathaus Hamburg Restaurant Parlament 1. Trinationaler Workshop Zivil Militärische Zusammenarbeit
05.11.2017 22119 Friedhof Öjendorf Hamburg Kranzniederlegung italienischer Volkstrauertag
21.11.2017 20457 Thyssen Krupp Marine Systems Mechanical Engineering Conference 2017

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Bier ohne Bundeswehr (BoB) Soli-Party http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/13/bier-ohne-bundeswehr-bob-soli-party/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/13/bier-ohne-bundeswehr-bob-soli-party/#comments Wed, 13 Sep 2017 12:20:27 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/13/bier-ohne-bundeswehr-bob-soli-party/
Außerparlamentarische antimilitaristische Politik braucht Eure Solidarität – erst recht in Zeiten, in denen die Bundeswehr in mehr als einem Dutzend Auslandseinsätze Profite für deusche Konzerne und Einflussphären für den deutschen Staat mit Waffengewalt erkämpft und sie dafür an Schulen, Arbeitsagenturen, auf Messen, bei youtube usw. um die Köpfe und Hände von millionen Jugendlichen wirbt.
Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ lädt deswegen am Freitag, den 22. September 2017, ab 20 Uhr zum „Bier-ohne-Bundeswehr Reloaded“-Barabend in das Wohnprojekt „Mokry“ in der Mokrystraße 1-3 in Hamburg-Wilhelmsburg. Die Offerte: Umtrunk mit Cocktails, Bier und Brause und Mucke vom Plattenteller. Eine Tischfußball-Anlage kann ebenfalls genutzt werden.
Damit es eine schöne Sause wird, sagt Euren Freunden Bescheid und bringt sie mit.

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Antikriegstag 2017 – Bundeswehr raus aus Afrika! http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/03/antikriegstag-2017-bundeswehr-raus-aus-afrika/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/03/antikriegstag-2017-bundeswehr-raus-aus-afrika/#comments Sun, 03 Sep 2017 17:29:36 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/09/03/antikriegstag-2017-bundeswehr-raus-aus-afrika/ Am Samstag gingen einige Hundert anlässlich des Antikriegstags (1.9.) in Hamburg auf die Straße. Das Hamburger Forum für Frieden und weltweite Abrüstung hatte unter dem Motto „Nein zu Militäreinsätzen und Rüstungsexporten!“ zur Demonstration aufgerufen. Wir haben uns wie in den Vorjahren an der Demonstration beteiligt. Unser neues Transparent mit dem Slogan mit dem Slogan „Kein Platz an der Sonne, Bundeswehr raus aus Afrika!“, das auf die zunehmenden Kriegs- und Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Afrika aufmerksam machen soll, hatten wir auch mit dabei (s. Foto).
Außerdem haben wir noch einen kurzen Redebeitrag am Gänsemarkt halten können, den wir im Folgenden dokumentieren:

Liebe GenossInnen, Liebe FreundInnen,

wer noch mit halbwegs geöffneten Augen durch die Welt läuft, braucht keinen wahnwitzigen Gipfel in der Hamburger Innenstadt, um zu erkennen, dass Widerstand bitter nötig ist. Ausbeutung, Gewalt und Umweltzerstörung sind allgegenwärtig. Die Brutalität des Kapitalismus zeigt sich an jedem ganz normalen Tag. Erst vor wenigen Tagen zum Beispiel, hat US-Präsident Trump angekündigt, mehr SoldatInnen nach Afghanistan schicken zu wollen. Die Bundesregierung sowie das Verteidigungsministerium halten das auch noch für eine gute Idee. Fast 40 Jahre herrscht jetzt schon Krieg in Afghanistan! Dieser Krieg war falsch vom ersten Tag an und er ist es auch heute noch. NATO raus aus Afghanistan!

Leider ist Afghanistan nur ein Beispiel von vielen. Überall auf der Welt eskalieren die Krisen. Und die Herrschenden in der BRD machen eines deutlich: Die deutsche Armee ist für Angriffskriege wieder zu haben. Aus der vorgeblichen Verteidigungsarmee ist eine geworden, die international „mehr Verantwortung“ übernimmt. Und aus Verantwortung ist längst Führung geworden, aus „Nie wieder Krieg“ „Nie wieder alleine“. Als wären Kriege von deutschem Boden weniger falsch, solange die USA oder die EU mitmischen. Ursula von der Leyen (CDU) spricht offen davon, dass Deutschland die „internationale Ordnung wieder aktiv mitgestalten soll“. Wir sind also an einem Punkt angelangt, an dem die deutsche Verteidigungsministerin wieder Großmachtphantasien offen aussprechen kann. Das Erschreckende ist jedoch, dass sie mehr tut, als nur davon zu reden. Deutschland rüstest massiv auf. In den letzten Jahren sind Milliarden Euro in die Bundeswehr geflossen. Waffensystem werden verbessert, neues Material angeschafft, Personal wird angeworben und ausgebildet. Im Übrigen, auch jede Menge Minderjährige. Neben Luftwaffe, Heer und Marine wird gerade eine komplette neue Teilkraft für den sogenannten Cyberwar aufgebaut. Auch von einer Personalobergrenze der Truppe hat man sich letztes Jahr verabschiedet. Teure Werbekampagnen sollen für neues Kanonenfutter sorgen. Dabei kümmert sich die Bundeswehr nicht nur um die Aufstockung des eigenen Personals. Auch ausländische Militärs bildet sie aus. Und zwar auch hier in Hamburg an der Führungsakademie: Sicherheitskräfte für Diktatoren aus aller Welt wurden und werden hier in Aufstandsbekämpfung, Repression und Töten ausgebildet. Unter anderem Militärs aus Latein-Amerika, Afrika und dem Mittleren Osten wurden hier in dieser Stadt trainiert. Die Waffen, die sie dabei kennen lernen, können sie dann auch gleich bei deutschen Rüstungskonzernen einkaufen und mit nach Hause nehmen.

Und dann erzählt man uns noch ernsthaft, bei den Einsätzen der Bundeswehr ginge es um Menschenrechte und Demokratie, um Flüchtlingsrettung und Frauenrechte. Auch wenn das schön klingt, es stimmt nicht. Es geht um Rohstoffe. Es geht um Handelswege. Es geht um geostrategische Interessen. Die Kriegspolitik der Bundesregierung bringt weder Sicherheit noch Frieden. Im Gegenteil: Die Welt brennt und die Bundeswehr gehört zu den Brandstiftern. Sie kämpft zwar in unserem Namen, aber sie kämpft nicht in unserem Interesse. Wir sind die, die gegen solch‘ eine Politik protestieren müssen. Wir sind diejenigen, die der Kriegspropaganda der Bundeswehr und ihrer Dienstherren etwas entgegensetzen müssen. Wir müssen sagen: Steckt eure Millionen lieber in die Schulen als in eure Rekrutierungsserien auf Youtube. Gebt eure Millionen lieber für den Netzausbau aus als für Hacker in Uniform. Baut anständige Unterkünfte für Geflüchtete anstatt neuer Militärstützpunkte in Afrika. Hört auf, Krieg wieder zum Mittel der Politik zu machen. Hört auf, für den Erhalt ein Wirtschaftssystem zu kämpfen, das für Millionen von Menschen Ausbeutung, Hunger und Flucht bedeutet. Wir sind diejenigen, die sagen müssen: Wir wollen eure Kriege nicht!

Wir sind längst an einem Punkt angekommen, an dem Deutschland wieder über eine imperialistische Angriffsarmee verfügt, die in der ganzen Welt für ökonomische und geostrategische Interessen Kriege führt. Wenn wir nicht dafür kämpfen, dass die Armee nicht mehr entsendet wird, wird sich an Krieg, Besatzung und Toten auch nichts ändern. Deswegen rufen wir euch am heutigen Antikriegstag auf: Bleibt aktiv! Werdet aktiver! Organisiert Protest und Widerstand! Danke.

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Hände weg von Afrika – Rede bei Anti-G20-Demo http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/07/09/haende-weg-von-afrika-rede-bei-anti-g20-demo/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/07/09/haende-weg-von-afrika-rede-bei-anti-g20-demo/#comments Sun, 09 Jul 2017 11:23:52 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/07/09/haende-weg-von-afrika-rede-bei-anti-g20-demo/ Unser Bündnis hat sich gestern bei der großen und erfolgreichen „G20 Demo – Grenzenlose Solidarität statt G20″ in Hamburg am Block der Friedens- und Antikriegsbewegung beteiligt. Irgendwo auf dem Weg von den Deichtorhallen über die Reeperbahn zum Millerntorplatz haben wir eine (sehr kurze) Rede mit dem Schwerpunkt zur aktuellen deutschen Afrika-Politik der Bundesregierung gehalten. Wir dokumentieren sie im Folgenden (es gilt das gesprochene Wort):

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

bereits im November des letzten Jahres protzte der SPD-Innenminister Hamburgs, Andy Grote, mit der martialischen Ausrüstung der Polizei. Mit Verweis auf einen neuen Panzerwagen und anderes erworbenes Gerät sagte er, die Bundeswehr werde zur Wahrung der Sicherheit beim G20-Gipfel nicht benötigt. Die Polizei könne alles selbst erledigen. Nun: Die Bundeswehr ist natürlich trotzdem in Hamburg im G20-Einsatz und hilft, wo sie nur kann. Und wir haben auch in den letzten Tagen gesehen, dass die Polizei die Lage nicht im Griff hatte. Trotz der potenten Technik. Vielmehr hat die Polizei durch gezielte Rechtsbrüche, brachiale Gewalt gegen Demonstranten und durch die Kriminalisierung legitimen Protests der Bundesregierung und dem Senat den Rücken freigehalten.

Das Geschäft, welches die Polizei im Inland besorgt, erledigt im Ausland die Bundeswehr. Während an der Heimatfront die Wahrung der inneren Ordnung das Ziel ist, geht es im Ausland darum, die Großmachtträume der deutschen Politik zu realisieren und die ökonomischen Interessen deutscher Konzerne mit Waffengewalt durchzusetzen.

Dafür schickt die herrschende Klasse der Bundesrepublik, gegenwärtig im Windschatten des Großen Bruders aus den USA, zum dritten Mal innerhalb eines Jahrhunderts ihre Landser auf dieselben Schlachtfelder überall auf der Welt. Auf dem Balkan sind sie bereits seit den 1990er-Jahren. An der Grenze zu Russland, das erneut zum Hauptfeind im Osten auserkoren wurde, stehen deutsche Soldaten im Rahmen der NATO-Osterweiterung und vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts. Verschiedene Regierungskoalitionen im Deutschen Bundestag haben auch dafür gesorgt, dass der afrikanische Kontinent nicht vernachlässigt wird.

Anders als im 19. Jahrhundert will man dieses Mal nicht das Nachsehen im Wettlauf um Afrika haben. Allein fünf der derzeit 17 Auslandseinsätze der Bundeswehr finden südlich des Mittelmeers statt. Auch das größte Kontingent deutscher Militärs außerhalb der eigenen Grenzen ist derzeit nicht mehr in Afghanistan stationiert, sondern im westafrikanischen Mali. Mit gleich zwei Einsätzen und über 1.000 Soldaten sollen dort angeblich Frieden gesichert und Terrorismus bekämpft werden. Tatsächlich geht es aber um die Kontrolle der geostrategisch wichtigen Sahelzone, durch die zum Beispiel Flüchtlingsrouten führen. Dazu passt, dass in der Hauptstadt des Nachbarstaats Malis, in Niamey im Niger, seit Kurzem eine deutsche Militärbasis aufgebaut wird. Die Bundeswehr ist also gekommen, um zu bleiben.

Zur Peitsche gibt es selbstverständlich das Zuckerbrot dazu. Mit großen entwicklungspolitischen Initiativen, wie zum Beispiel dem sogenannten Marshallplan mit Afrika, verspricht die deutsche Bundesregierung den afrikanischen Staatsoberhäuptern das Goldene vom Himmel. Dabei dient dieser Plan, der eine Erfindung des Bundesentwicklungs- und -wirtschaftsministeriums ist, faktisch der Absicherung des Finanzkapitals deutscher Unternehmen auf dem afrikanischen Kontinent und der Markterschließung für Waren aus Westeuropa. Im Paket mit den zahlreichen Freihandelsabkommen, die Deutschland und die EU den afrikanischen Staaten seit Jahren oktroyieren und oktroyieren wollen, handelt es sich bei den Offerten um vergiftete Angebote. Sie sollen die ökonomischen Profite des deutschen Kapitals erhöhen und den politischen Einfluss der Bundesrepublik gewährleisten. Gleichzeitig schaden sie der afrikanischen Bevölkerung. Lediglich die einheimischen Statthalter deutscher Interessen bekommen für ihre Loyalität ein paar Krummen vom Kuchen ab. Die Verdammten dieser Erde von Algier bis Kapstadt überlässt die Bundesregierung wie seit Jahrzehnten weiter dem sicheren Hungertod.

Dass Angela Merkel Afrika auf die Tagesordnung des G20-Gipfels gesetzt hat, ist aber nicht nur angesichts der gegenwärtigen Politik gegenüber den 54 formal unabhängigen afrikanischen Staaten heuchlerisch und zynisch. Insbesondere der Reichtum der westlichen Metropolen fußt auf der Armut der afrikanischen Peripherie. Die Entwicklung der einen basiert auf der Unterentwicklung der Anderen. Die Geschichte der westlichen Zivilisation ist eine der Ausbeutung und Unterdrückung der afrikanischen Arbeiter, Bauern und Marginalisierten. Dabei müssten eben diese die Geschicke ihrer Länder bestimmen, nicht die G20, die hier in Hamburg lediglich ihre Einflusssphären abstimmen und voneinander abgrenzen.

Wir können nur hoffen, dass der einstige kongolesische Unabhängigkeitskämpfer Patrice Lumumba trotz aller Widrigkeiten Recht behält. Er sagte: „Eines Tages wird die Geschichte das Sagen haben, aber nicht die von Brüssel, Paris, Washington oder der Vereinten Nationen. Afrika wird seine eigene Geschichte schreiben, und es wird nördlich und südlich der Sahara eine Geschichte von Ruhm und Würde sein.“

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BW bei der Messe Vocatium Süd http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/06/01/bw-bei-der-messe-vocatium-sued/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/06/01/bw-bei-der-messe-vocatium-sued/#comments Thu, 01 Jun 2017 13:35:04 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/06/01/bw-bei-der-messe-vocatium-sued/ Heute Morgen, am 1. Juni 2017 hat BoB die Messe Vocatium in der edel-optics Arena in der ehemaligen Inselparkhalle besucht. Die Messe fand unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka statt. Obwohl bei der Bundeswehr wenig unabhängige Bildung und Forschung im Sinne einer demokratischen und sozialen Gesellschaft stattfindet, war sie auch vor Ort.
Durch unsere Position vor dem Messeeingang konnten wir einen Großteil der etwa 2500 Messebesucher erreichen. Die Messe war an diesem Tag angelegt auf Besucher der 9.-10. Klasse. Die Taktik der Bundeswehr sich an Jugendliche zu richten, die das Rekrutierungsalter noch nicht annähernd erreicht haben, wird auch hier skrupellos fortgesetzt. Es ist dabei nicht nur ihre Präsenz, sondern besonders ihre Präsentation als normaler Arbeitgeber, durch die sich die Bundeswehr in der zivilen Öffentlichkeit und in den Köpfen der Schüler und Schülerinnen zu normalisieren versucht. Die Forderung, dass auch indirekte Rekrutierung von unter 18 Jährigen als eine Verletzung der freien Entwicklung und sozialer und demokratischer Bildung behandelt wird geht uns allerdings nicht weit genug. Die Rekrutierung hat nicht nur potentiell tödliche Folgen für Rekrutierte, sondern in einem noch größeren Ausmaße ist sie die Voraussetzung für die Großflächige physische und psychische Gefährdung unserer Mitmenschen in nichteuropäischem Ausland. Deshalb appellieren wir auch an volljährige Messebesucher der Bundeswehr und ihren imperialistischen Kriegen keine Sekunde ihrer Lebenszeit zu verkaufen.

Wilhelmsburger Anwohner reagierten wie gewöhnlich überwiegend positiv auf unsere Protest und Informationsaktion. Daran wird uns immer wieder klar: Die Bundeswehr hat ihr Projekt der zivil gesellschaftlichen Akzeptanz weder vollständig abgeschlossen noch glauben wir das ihnen das jemals gelingen wird.
In Gesprächen mit Schülern und Schülerinnen wurde dieses Mal besonders deutlich, dass die Bundeswehr nicht nur darauf wartet, dass sie an Messen an ihrem Stand angesprochen werden, sondern, dass Einzelgespräche mit Schülern organisieren. Dies machte die betroffenen Schüler und Schülerinnen sichtlich nervös. Wir sind der Meinung diese Form der Rekrutierung dient der Verstärkung des Gefühls der Herrauslösung aus dem gewohnten sozialen Kontext der Schüler. Dies ist in Jobmessen, sowieso der Fall, da die Schüler gewissermaßen mit einer neuen Welt konfrontiert werden sollen. Die ideologische Bearbeitung von Schülern in Einzelgesprächen stellt einen Extremfall dieses Gefühls dar. Die Bundeswehr versucht Auftritte der Jugendoffiziere als Teil der politischen Bildung zu legitimieren. Organisierte Einzelgespräch beispielsweise an Jobemessen wie der Vocatium heute, gehen jedoch eindeutig weit über diesen Anspruch hinaus und entlarven ihn als Vorwand für Rekrutierung.
Wo die Bundeswehr ist werden wir sein! Wenn die Bundeswehr an deine Schule, deinen Sportverein oder in dein Viertel kommt, dann werde aktiv und setz dich mit uns in Verbindung! Die Bundeswehr hat auf Jobmessen nichts zu suchen. Die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen für imperialistische Aggressionen zu nutzen, statt echte Perspektiven zu schaffen, steht der Errichtung einer Gesellschaft im Dienste Aller konsequent im Weg. Dieses Hindernis gehört aus dem Weg geräumt: Bundeswehr abschaffen!

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Bundeswehrauftritt bei der Süderelber Berufs- und Ausbildungsmesse http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/14/bundeswehrauftritt-bei-der-suederelber-berufs-und-ausbildungsmesse/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/14/bundeswehrauftritt-bei-der-suederelber-berufs-und-ausbildungsmesse/#comments Sun, 14 May 2017 11:00:51 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/14/bundeswehrauftritt-bei-der-suederelber-berufs-und-ausbildungsmesse/ Bei der 4. Runde 2017 der Berufs- und Ausbildungmesse Süderelbe beim Fußballclub FCS Süderelbe in Fischbeck wurde erneut die Bundeswehr eingeladen.
Auch wenn wir es von BoB (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr) grundsätzlich gut heißen, dass auch Sportclubs sich darum bemühen Jugendlichen Möglichkeiten für ihren Berufs- und Ausbildungsweg aufzuzeigen, üben wir harte Kritik daran, dass sie die Bundeswehr erneut eingeladen haben und der Truck der Bundeswehr mit Abstand der größte Stand auf der ganzen Messe war. Direkt am Eingang standen 2 Offiziere und konnten die Jugendlichen bereits vor dem betreten der Halle für sich gewinnen, haben ihnen aufregende Geschichten erzählt, u.a. mit welchen Waffen sie hantieren, um sie direkt rfür den Dienst an der Waffe begeistern zu können. Gerade bei Jungs fand diese Angebot großen Anklang. Sie schmückten sich mit camouflage Schlüsselanhängern und Taschen mit dem Aufdruck „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“.

Wir von BoB waren trotz Ärgernis des Verandstalters, unter anderem mit einem Sarg zum Probeliegen, vor Ort und haben mit den Jugendlichen über den Dienst an der Waffe gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass sie sich bei ihrer Berufs- und Ausbildungswahl gut informieren sollten, statt sich täuschen zu lassen von vermeindlich aufregenden Job- und Ausbildungsangeboten.

Wir fanden viel Zuspruch und haben mit dem Sarg sehr viel Irritation hervor rufen können.
Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber und darf bei solchen Veranstaltungen nicht präsent sein und Jugendliche überwältigen. Die zivilen Stränge innerhalb des Bundeswehr müssen ausgelagert werden und die Bundeswehr als Ganzes gehört abgeschafft!

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Video zu Protesten gegen Bundeswehr beim 828. Hafengeburtstag http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/07/video-zu-protesten-gegen-bundeswehr-beim-828-hafengeburtstag/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/07/video-zu-protesten-gegen-bundeswehr-beim-828-hafengeburtstag/#comments Sat, 06 May 2017 22:09:02 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/07/video-zu-protesten-gegen-bundeswehr-beim-828-hafengeburtstag/ Der alternative Sender graswurzel.tv hat die Proteste gegen die Bundeswehr bei 828. Hafengeburtstag und das unverhältnismäßige Eingreifen der Feldjäger mit einem kurzen Videoclip dokumentiert:

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„Wir wollen Eure Kriege nicht!“ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/06/wir-wollen-eure-kriege-nicht-buendnis-bildung-ohne-bundeswehr-bob-protestiert-gegen-die-bundeswehr-auf-dem-828-hafengeburtstag/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/06/wir-wollen-eure-kriege-nicht-buendnis-bildung-ohne-bundeswehr-bob-protestiert-gegen-die-bundeswehr-auf-dem-828-hafengeburtstag/#comments Sat, 06 May 2017 21:09:54 +0000 Administrator Aktuelles Presseerklärungen http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/05/06/wir-wollen-eure-kriege-nicht-buendnis-bildung-ohne-bundeswehr-bob-protestiert-gegen-die-bundeswehr-auf-dem-828-hafengeburtstag/ Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestiert gegen die Bundeswehr auf dem 828. Hafengeburtstag
- Militär geht gegen Zivilisten mit Gewalt vor

Am Samstag haben AntimilitaristInnen an der Überseebrücke auf St. Pauli mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 828. Hamburger Hafengeburtstags protestiert.

Zwei Kletterer enterten während des „Open-Ship“-Besuchsprogramms die Schiffsbefestigung des Einsatzgruppenversorgers „Bonn“ der deutschen Marine und brachten dort ein 4×1,50m großes, rotes Transparent an. Die Aufschrift des Transparentes in weißen Lettern lautete: „Wir wollen eure Kriege nicht – Bildung ohne Bundeswehr“. Die Klettertruppe wurde von weiteren AktivistInnen mit Transparenten („Bundeswehr Auftritte stoppen – Kein Werben fürs Töten und Sterben“, „Bundeswehr abschaffen“) und Sprechchören, z.B. „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, und mit Aktionstheater vom Steg unterstützt. Außerdem verlas eine Aktivistin eine Liste der Bundeswehr-Skandale der jüngeren Vergangenheit.

Die Feldjäger der Bundeswehr waren sichtlich überfordert mit den kreativen antimilitaristischen Protesten. Sie entfernten einige Aktivisten teils unter Einsatz roher Gewalt vom Ponton vor dem Militär-Schiff. „Das Vorgehen der Militärpolizei war vollkommen unverhältnismäßig“, kommentierte Alison Dorsch, Sprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, die rüde Gangart der Soldaten. „Der Einsatz straft den Bundeswehrslogan ‚Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst‘ Lügen und zeigt das wahre Gesicht des Militärs.“

Zum Hintergrund der Aktion erklärte Dorsch: „Wir wollen die Werbung um öffentliche Akzeptanz für Militarismus und Kriegseinsätze sowie die Rekrutierung für den Dienst an der Waffe nicht hinnehmen. Die Bundeswehr macht auf dem Hafenfest jährlich Reklame für das Kriegshandwerk und für die Kriege, die sie für im Interesse deutschen Wirtschaft und Politik führt.“

Vertreter der Bundesregierung, darunter der ehemalige Bundespräsident Gauck, Bundesverteidigungsministerin von der Leyen (CDU) und Ex-Außenminister Steinmeier (SPD), forderten in den letzten Jahren unisono, dass die Bundesrepublik global auch militärisch „mehr Verantwortung“ übernehmen müsse. Zur Zeit ist die Bundeswehr in 16 Auslandseinsätzen mit rund 3.200 Soldaten im Einsatz.

„Anstatt sich öffentlich für Wehrmachtsverherrlichung und ein mutmaßliches neo-faschistisches Netzwerk in den eigenen Reihen zu entschuldigen“, ergänzte BoB-Sprecherin Dorsch mit Blick auf den aktuellen Bundeswehr-Skandal, „wirkt die Bundeswehr wie in den Jahren zuvor hemmungslos am Hafengeburtstag auf eine Militarisierung der Zivilgesellschaft hin, die wir nicht akzeptieren können und wollen.“

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Hamburger Ostermarsch 2017 http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/04/17/hamburger-ostermarsch-2017/ http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/04/17/hamburger-ostermarsch-2017/#comments Mon, 17 Apr 2017 15:54:47 +0000 Administrator Aktuelles http://bildungohnebundeswehr.blogsport.de/2017/04/17/hamburger-ostermarsch-2017/ Ostern gehen bundesweit tausende auf die Straße, um gegen Krieg, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Militarismus, Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte zu demonstrieren. In Hamburg hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung unter dem Motto „Den Kriegen zum Trotz: Frieden jetzt! Sofort!“ zur Demonstration am Ostermarsch aufgerufen. Dem Aufruf folgten rund 1.500 Menschen. Es ging vom St.-Georgs-Kirchhof zur Abschlusskundgebung auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz, wo auch das Friedensfest im Anschluss stattfand.

Wir haben während der Zwischenkundgebung eine kurze Rede halten dürfen, die wir im Folgenden dokumentieren:

Rede für den Ostermarsch 2017

Liebe Friedensbewegte, Liebe GenossInnen!
Ich möchte heute über drei Tatsachen reden, denen wir als Friedensbewegung ins Auge sehen müssen – auch wenn sie noch so schmerzlich sind.
Erste Tatsache: Unser Protest, unsere Arbeit als Friedensbewegung ist noch immer unabdingbar. Noch immer und immer wieder stürzen die kapitalistischen Großmächte die Welt in Krieg und Elend: Irak, Afghanistan, Syrien, Mali, Ukraine, Jemen – die Liste ist lang. Dass Obama, der als erster Präsident zwei komplette Amtszeiten dauerhaft Kriege geführt hat, mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde, ist ein schlechter Witz. Aber auch bei der Europäischen Union ist der Friedenspreis vollkommen fehl am Platz. Mit dem zerstörerischen Potenzial und der kriegerischen Praxis der USA kann die Europäische Union zwar nur in ihren Träumen mithalten. Und doch organisiert sie die zunehmende militärische Zusammenarbeit zwischen ihren Mitglieds- und Anrainerstaaten. Sie plant, finanziert und treibt multinationale Rüstungs- und Kriegsprojekte voran. Solange die Herrschenden in Politik und Wirtschaft ihre Macht und ihren Profit mit kriegerischen Interventionen sichern, müssen und werden wir weiter auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Kein Frieden mit der NATO! Kein Frieden mit der Europäischen Union!

Zweite Tatsache: Mit ihrer allgegenwärtigen Kriegspropaganda ist uns die Bundeswehr in Sachen Öffentlichkeitsarbeit um Längen vor raus. Und zwar am deutlichsten im Bereich der Jugendarbeit. Die Bundeswehr ist leider nicht die einzige Institution mit einem Nachwuchsproblem. Auch wir als Friedensbewegung müssen uns fragen, wie wir mehr junge Menschen für unsere Sache begeistern können. Dabei sehen wir uns unter anderem Millionen schweren PR-Kampagnen, professionellen PropagandistInnen und bundesweit organisierten, öffentlichen Großevents gegenüber. Widerstand gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner macht keinen Spaß. Er ist entmutigend, anstrengend und zäh – aber er ist notwendig! Zweifelsohne: die KriegstreiberInnen stehen finanziell und materiell besser da als wir. Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir einen entscheidenden Vorteil haben: Ich habe noch nie erlebt, dass mir jemand ernsthaft erzählt, dass Krieg auch seine schönen Seiten hat. NIEMAND will Krieg! So gesehen stehen die Werbeagenturen der Bundeswehr vor einer enormen Aufgabe. Wir als Friedensbewegung haben es da um einiges leichter. Wir müssen niemanden erst noch davon überzeugen, dass Frieden an sich eine gute Sache ist. Was wir machen müssen, ist den Menschen zu zeigen, dass was sie wollen, möglich ist. Anders als die Bundeswehr müssen wir die Menschen nicht dazu bringen, gegen ihre Interessen für unsere Ziele zu kämpfen. Wir müssen sie nur dazu bringen, für ihr EIGENES Interesse einzustehen. Denn unser Ziel, der Frieden, IST ihr Interesse!
Wie begeistern wir also Jugendliche für unsere Sache? Wir müssen sie daran erinnern, dass unsere Sache auch die ihre ist und wir müssen sie in die Lage versetzen, über Hindernisse hinweg für ihre Sache einzutreten. Nur so werden sie den Frieden im Labyrinth der allgegenwärtigen Kriegspropaganda nicht wieder aus den Augen verlieren. Vor Schulen, Jobmessen, auf dem Hafengeburtstag, am Tag der Bundeswehr – egal wo die Militärs auch aufschlagen, wir müssen vor Ort sein, um ihre Lügen von der humanitären Verteidigungsarmee nicht unbeantwortet zu lassen – um dort zu sagen: Keinen Frieden mit einer imperialistischen Angriffsarmee! Kein Frieden mit der Bundeswehr!

Dritte Tatsache: Gegen Krieg aktiv zu sein ist wichtig, aber es ist nicht genug. Denn Frieden bedeutet mehr als das Ende des offenen Kriegs. Solange Menschen, Tiere und Natur weltweit für Profit ausgebeutet werden, kann es keinen Frieden geben. Solange die Herrschenden um Rohstoffe, billige Arbeitskräfte und schnelle Handelsrouten konkurrieren, wird es keinen Frieden geben. Krieg und Kapitalismus müssen nicht nur zusammen verstanden, sondern können auch nur zusammen überwunden werden. Solange wir nicht in einer befreiten Gesellschaft ohne Krieg und Ausbeutung leben, werden wir weiter auf die Straße gehen, um sie einzufordern! Kein Frieden mit dem Kapitalismus! Danke.

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