Archiv der Kategorie 'Presseerklärungen'

Proteste gegen den „Tag der Bundeswehr“ in Hamburg

AntimilitaristInnen stören Festrede der Verteidigungsministerin

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ und die Regionalgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) haben am Samstag mit verschiedenen kreativen Aktionen gegen den „Tag der Bundeswehr“ an der Bundeswehr-Hochschule (Helmut-Schmidt-Universität) in Hamburg protestiert. Zur Kundgebung der DFG-VK im Hamburger Außenbezirk Jenfeld direkt vor den Toren der Militär-Universität kamen rund 50 junge und alte AntimilitaristInnen aus der Hansestadt und dem Umland. Mit Infotisch, Flyern, Transparenten, Ballons für Kinder und „Probeliegen im Sarg“ sorgten die Proteste für Aufsehen. Bei Gesprächen kam es zu teils hitzige Diskussionen mit BesucherInnen.

Als um 13.30 Uhr die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Rede zum „Tag der Bundeswehr“ begann und diese auf Leinwänden in Hamburg ausgestrahlt wurde, kam es zu lautstarken Protesten. Rund zwei Dutzend AntimilitaristInnen hatten mit Transparenten mit Aufschriften wie „War start’s here, let’s stop it here!“ und mit Parolen wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ das Gelände der Militär-Hochschule betreten, um ihrem Unmut über das Militär-Event Luft zu machen. Die gesamte Ansprache war für die ZuhörerInnen nur schwer verständlich.

In Anspielung auf den Bundeswehr-Kampagnen-Slogan „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“ sagte die Pressesprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, Denise Wilken: „Wenn wir tun, was den Militärs nicht passt, sorgt die Bundeswehr dafür, dass es keinen Protest mehr gibt. Als wir unseren Widerspruch gegen die Militarisierung der Gesellschaft kundgetan haben, hat man uns Platzverweise erteilt und unter Androhung von Gewalt vom Gelände geschmissen.“

Wilken erklärte weiter: „Wir lehnen militaristische Schmierenkomödien wie den ‚Tag der Bundeswehr‘ ab. Die Bundesregierung und die Bundeswehr versuchen mit solchen Inszenierungen, dem Militär und der deutschen Kriegspolitik Akzeptanz in der Bevölkerung zu verschaffen. Damit die andauernden Auslandseinsätze für deutsche Konzerne und deutsche Großmachtträume weiter funktionieren, müssen die Menschen an der Heimatfront davon überzeugt werden, dass die Kriege von deutschem Boden richtig sind. Die Bundeswehr-Werbung muss sofort eingestellt werden.“

Proteste gegen Bundeswehr beim Hafengeburtstag 2016

Bündnis Bildung ohne Bundeswehr (BoB) entert Fregatte „Brandenburg“ und „Cap San Diego“

Am Samstag, den 07. Mai 2016 haben rund 50 AntimilitaristInnen mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 827. Hamburger Hafengeburtstag an der Überseebrücke protestiert.

Eine Gruppe AktivistInnen enterte während des „Open-Ship“-Besuchsprogramms die Fregatte „Brandenburg“ der deutschen Marine mit einem Transparent. Dieses trug die Aufschrift „War starts here“. Vor der Gangway wurde die Schiffsaktion von einer weiteren Gruppe mit einem Transparent mit dem Slogan „Let’s stop it here – Bildung ohne Bundeswehr“ unterstützt. Sprechchöre wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“ und Aktionstheater haben die Aktivitäten vor Ort begleitet.


Einige Stunden später wurde ein 2×5m großes Transparent mit demselben Slogan wie auf der Fregatte „Brandenburg“ von der Reling der „Cap San Diego“ herunter gehängt, dem großen Museumsschiff des Hamburger Hafens. Das Schiff stand von Land aus direkt vor den Militärbooten. Auch diese Aktion wurde wie zuvor bei der Fregatte von weiteren AktivistInnen am Boden begleitet. Informationsmaterial und rote Farbe wurden verteilt. Auf einem weiteren Transparent war zu lesen: „Bundeswehrauftritte stoppen! Kein Werben fürs Sterben!“

Mit den Kaperungen wurden die DemonstrantInnen an Land unterstützt, die sich zu einer Kundgebung des Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB) am Eingang zur Überseebrücke eingefunden hatten. „Wir wollen die Werbung um Aufmerksamkeit, öffentliche Akzeptanz für Militarismus und deutsche Kriegseinsätze und um potentielle neue RekrutInnen für den Dienst an der Waffe nicht hinnehmen“, sagte die Sprecherin des Bündnisses Denise Wilken.

„Wie in den Jahren zuvor wirkt die Bundeswehr mit ihrer Beteiligung am Hafengeburtstag auf eine Militarisierung der Zivilgesellschaft hin, die wir nicht akzeptieren können und wollen“, erklärte Wilken weiter. „Die Bundeswehr macht auf dem Hafenfest alljährlich Reklame für den Kriegsdienst und für die Kriege, die von deutschem Boden aus für deutsche Interessen von Wirtschaft und Politik geführt werden.“ Zur Zeit ist die Bundeswehr mit 17 Auslandseinsätzen, u.a. mit 1.200 SoldatInnen in Syrien, teilweise völkerrechtswidrig in Bürgerkriegsgebieten an Verwüstung und Tod beteiligt.

Für Hintergrundinformationen zum „Maritimen Militäraufgebot“ beim Hamburger Hafengeburtstag gibt es bei der der Informationsstelle Militarisierung (IMI).

Erfolgreicher Protest gegen das Konzert der Bundeswehr Big Band auf dem 825. Hamburger Hafengeburtstag

Am Samstag, den 10. Mai 2014 haben rund 50 Antimilitaristinnen und Antimilitaristen erfolgreich gegen den Auftritt der Big Band der Bundeswehr im Rahmen des 825. Hamburger Hafengeburtstag im Grasbrookhafen (Hafencity) protestiert. Mit Trillerpfeifen, Rasseln und Sprechchören wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld, mordet mit in aller Welt“ haben sie mit Beginn des Konzerts um 20 Uhr lautstark ihren Unmut über das Konzert kundgetan. Die Demonstrantinnen und Demonstranten zeigten außerdem Transparente mit den Aufschriften „Bundeswehrauftritte stoppen! Kein Werben fürs Sterben“ und „Krieg beginnt hier!“. Die Big Band brach nach ein wenig mehr als der Hälfte der angekündigten Spielzeit ihr Set um ca. 20.50 Uhr ab.

Beim Hafengeburtstag hat die Bundeswehr ihre Mitwirkung 2014 gegenüber den Vorjahren massiv ausgeweitet. Zusätzlich zur üblichen Teilnahme von Kriegsschiffen (u.a. das Patenschiff der Stadt die Fregatte „Hamburg“) an der Ein- und Auslaufparade sowie dem sogenannten OpenShip-Besichtigungsprogramm trat erstmals die Big Band auf und der militäreigene Radio-Sender „Andernach“ sendete von einer Bühne an der Hafenpromenade.

„Die Bundeswehr macht auf dem Hafengeburtstag alljährlich Reklame für den Kriegsdienst und für die Kriege, die von deutschem Boden aus für deutsche Interessen von Wirtschaft und Politik geführt werden“, erklärt die Sprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ Denise Wilken. „Das Gastspiel der Big Band ist eine niedrigschwellige Maßnahme zur Akzeptanzbeschaffung für die Bundeswehr und ihre Kriege an der sogenannten Heimatfront. Ebenso wie das Interview, welches die Pop-Band ,Fettes Brot‘ Radio Andernach gegeben hat. Es ist bedauerlich, dass Musik für Kriegspropaganda instrumentalisiert wird.“
hgeb

Du und deine Kriegswelt – Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestierte heute, am 22. September 2012, gegen die großflächige Präsenz der Bundeswehr auf der Messe „Du und deine Welt“. Die Aktion fand als Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung statt.

Zum Messeauftakt entfalteten AktivistInnen vor dem Eingang Süd der Messehallen ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehrauftritte stoppen“. Gleichzeitig wurden Flugblätter an Besucher verteilt und von diesen interessiert entgegengenommen. Unbekannte hatten zudem literweise Kunstblut vor dem Haupteingang verschüttet und lautstark vermittelt, dass sie mit ihrer Aktion auf die zahlreichen Opfer der Auslandseinsätze der Bundeswehr aufmerksam machen wollten.

„Die Bundeswehr hat auf dieser Messe genauso wenig zu suchen wie in Schulen und an anderen öffentlichen Orten“, so das Mitglied des Bündnisses Bildung ohne Bundeswehr (BoB) Christin Bernhold. „Die Bundeswehr ist aggressiver Akteur in Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und natürliche Lebensgrundlagen vernichtet werden. Wir setzen uns dagegen ein, dass sie sich als ganz normaler Arbeitgeber inszeniert. Die Offiziere wollen Akzeptanz für Kriege schaffen und neue Rekruten werben – dabei nutzen sie schamlos die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher aus“, so Bernhold weiter.

Unser Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, Protest und Widerstand gegen die Rekrutierung und die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr in Hamburg zu organisieren. Mit unserer Forderung „Bildung ohne Bundeswehr“ bezwecken wir die Entmilitarisierung der sogenannten Heimatfront.

Wir rufen gemeinsam mit 100 Organisationen und weiteren Einzelpersonen zur bundesweiten Aktionswoche vom 24.- 29. September 2012 gegen den Einfluss der Bundeswehr und der Rüstungsindustrie auf das Bildungswesen auf. In vielen Städten werden dezentral bunte und kreative Aktionen und Veranstaltungen für eine militärfreie Bildung und Forschung stattfinden.

Von Deutschland geht Krieg aus!

Protest mit Luftballonbomben: Aktion des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ während der Demonstration zum Antikriegstag

antikriegstagMit der Demonstration zum Antikriegstag am 1. September 2012 haben mehrere hundert Hamburgerinnen und Hamburger gegen die Kriegspolitik der Bundesrepublik Deutschland z.B. in Afghanistan und die drohenden Kriege gegen Syrien und den Iran protestiert. Auch das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ hat die Proteste wie im Jahr zuvor mit einer Aktion unterstützt. Die TeilnehmerInnen der Demonstration ließen nach der Zwischenkundgebung auf dem Altonaer Bruno-Tesch-Platz 100 „Bomben“ steigen. Die bombenförmigen Heliumluftballons sollten darauf aufmerksam machen, dass die deutsche Regierung durch ihre Beteiligung an Kriegen überall auf der Welt für Mord, Elend und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Mensch und Natur verantwortlich ist. Untermalt wurde diese Botschaft durch ein Transparent mit der Aufschrift „Von Deutschland geht Krieg aus!“ (siehe Anlage) sowie durch den Demospruch „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!“

Eine der Sprecherinnen des Bündnisses begleitete die Aktion mit einem Redebeitrag. Sie kritisierte die Indoktrinierungs- und Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr und machte auf die zunehmende Militarisierung nicht nur der Bildung, sondern der ganzen Gesellschaft aufmerksam. Das Bundesverteidigungsministerium beabsichtigt, die deutsche Kriegspolitik in allen zivilen Teilen der Gesellschaft zu verankern und auch diese für die Kriege vom deutschen Boden nutzbar zu machen. Besonderes Augenmerk hat die Bundeswehr seit einigen Jahren auf ihre Präsenz an Schulen gelegt. Dort verfolgt sie mehrere Ziele auf einmal: sie wirbt um Unterstützung für die imperialistischen Kriege wie in Afghanistan, stellt Kontakte zur zivilen Bevölkerung her und erforscht deren Meinung. Und schließlich inszeniert sie sich als ganz normaler Arbeitgeber, der ein gutes, sicheres und abwechslungsreiches Beschäftigungsverhältnis garantiert.

„Unsere Gesellschaft wird zunehmend militarisiert, damit die herrschenden Eliten weiter von Kriegen profitieren können“, kritisierte das Bündnismitglied Christin Bernhold. „Die Bundesregierung führt Krieg für geostrategische, machtpolitische und wirtschaftliche Interessen und deutsche Rüstungskonzerne verdienen sich mit mörderischem Gerät eine goldene Nase. Dagegen müssen wir gemeinsam Protest und Widerstand organisieren – in diesem Sinne soll unsere Aktion ein Zeichen setzen.“