Archiv der Kategorie 'Aktuelles'

BW bei der Messe Vocatium Süd

Heute Morgen, am 1. Juni 2017 hat BoB die Messe Vocatium in der edel-optics Arena in der ehemaligen Inselparkhalle besucht. Die Messe fand unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka statt. Obwohl bei der Bundeswehr wenig unabhängige Bildung und Forschung im Sinne einer demokratischen und sozialen Gesellschaft stattfindet, war sie auch vor Ort.
Durch unsere Position vor dem Messeeingang konnten wir einen Großteil der etwa 2500 Messebesucher erreichen. Die Messe war an diesem Tag angelegt auf Besucher der 9.-10. Klasse. Die Taktik der Bundeswehr sich an Jugendliche zu richten, die das Rekrutierungsalter noch nicht annähernd erreicht haben, wird auch hier skrupellos fortgesetzt. Es ist dabei nicht nur ihre Präsenz, sondern besonders ihre Präsentation als normaler Arbeitgeber, durch die sich die Bundeswehr in der zivilen Öffentlichkeit und in den Köpfen der Schüler und Schülerinnen zu normalisieren versucht. Die Forderung, dass auch indirekte Rekrutierung von unter 18 Jährigen als eine Verletzung der freien Entwicklung und sozialer und demokratischer Bildung behandelt wird geht uns allerdings nicht weit genug. Die Rekrutierung hat nicht nur potentiell tödliche Folgen für Rekrutierte, sondern in einem noch größeren Ausmaße ist sie die Voraussetzung für die Großflächige physische und psychische Gefährdung unserer Mitmenschen in nichteuropäischem Ausland. Deshalb appellieren wir auch an volljährige Messebesucher der Bundeswehr und ihren imperialistischen Kriegen keine Sekunde ihrer Lebenszeit zu verkaufen.

Wilhelmsburger Anwohner reagierten wie gewöhnlich überwiegend positiv auf unsere Protest und Informationsaktion. Daran wird uns immer wieder klar: Die Bundeswehr hat ihr Projekt der zivil gesellschaftlichen Akzeptanz weder vollständig abgeschlossen noch glauben wir das ihnen das jemals gelingen wird.
In Gesprächen mit Schülern und Schülerinnen wurde dieses Mal besonders deutlich, dass die Bundeswehr nicht nur darauf wartet, dass sie an Messen an ihrem Stand angesprochen werden, sondern, dass Einzelgespräche mit Schülern organisieren. Dies machte die betroffenen Schüler und Schülerinnen sichtlich nervös. Wir sind der Meinung diese Form der Rekrutierung dient der Verstärkung des Gefühls der Herrauslösung aus dem gewohnten sozialen Kontext der Schüler. Dies ist in Jobmessen, sowieso der Fall, da die Schüler gewissermaßen mit einer neuen Welt konfrontiert werden sollen. Die ideologische Bearbeitung von Schülern in Einzelgesprächen stellt einen Extremfall dieses Gefühls dar. Die Bundeswehr versucht Auftritte der Jugendoffiziere als Teil der politischen Bildung zu legitimieren. Organisierte Einzelgespräch beispielsweise an Jobemessen wie der Vocatium heute, gehen jedoch eindeutig weit über diesen Anspruch hinaus und entlarven ihn als Vorwand für Rekrutierung.
Wo die Bundeswehr ist werden wir sein! Wenn die Bundeswehr an deine Schule, deinen Sportverein oder in dein Viertel kommt, dann werde aktiv und setz dich mit uns in Verbindung! Die Bundeswehr hat auf Jobmessen nichts zu suchen. Die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen für imperialistische Aggressionen zu nutzen, statt echte Perspektiven zu schaffen, steht der Errichtung einer Gesellschaft im Dienste Aller konsequent im Weg. Dieses Hindernis gehört aus dem Weg geräumt: Bundeswehr abschaffen!

Bundeswehrauftritt bei der Süderelber Berufs- und Ausbildungsmesse

Bei der 4. Runde 2017 der Berufs- und Ausbildungmesse Süderelbe beim Fußballclub FCS Süderelbe in Fischbeck wurde erneut die Bundeswehr eingeladen.
Auch wenn wir es von BoB (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr) grundsätzlich gut heißen, dass auch Sportclubs sich darum bemühen Jugendlichen Möglichkeiten für ihren Berufs- und Ausbildungsweg aufzuzeigen, üben wir harte Kritik daran, dass sie die Bundeswehr erneut eingeladen haben und der Truck der Bundeswehr mit Abstand der größte Stand auf der ganzen Messe war. Direkt am Eingang standen 2 Offiziere und konnten die Jugendlichen bereits vor dem betreten der Halle für sich gewinnen, haben ihnen aufregende Geschichten erzählt, u.a. mit welchen Waffen sie hantieren, um sie direkt rfür den Dienst an der Waffe begeistern zu können. Gerade bei Jungs fand diese Angebot großen Anklang. Sie schmückten sich mit camouflage Schlüsselanhängern und Taschen mit dem Aufdruck „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“.

Wir von BoB waren trotz Ärgernis des Verandstalters, unter anderem mit einem Sarg zum Probeliegen, vor Ort und haben mit den Jugendlichen über den Dienst an der Waffe gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass sie sich bei ihrer Berufs- und Ausbildungswahl gut informieren sollten, statt sich täuschen zu lassen von vermeindlich aufregenden Job- und Ausbildungsangeboten.

Wir fanden viel Zuspruch und haben mit dem Sarg sehr viel Irritation hervor rufen können.
Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber und darf bei solchen Veranstaltungen nicht präsent sein und Jugendliche überwältigen. Die zivilen Stränge innerhalb des Bundeswehr müssen ausgelagert werden und die Bundeswehr als Ganzes gehört abgeschafft!

Video zu Protesten gegen Bundeswehr beim 828. Hafengeburtstag

Der alternative Sender graswurzel.tv hat die Proteste gegen die Bundeswehr bei 828. Hafengeburtstag und das unverhältnismäßige Eingreifen der Feldjäger mit einem kurzen Videoclip dokumentiert:

„Wir wollen Eure Kriege nicht!“

Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestiert gegen die Bundeswehr auf dem 828. Hafengeburtstag
- Militär geht gegen Zivilisten mit Gewalt vor

Am Samstag haben AntimilitaristInnen an der Überseebrücke auf St. Pauli mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 828. Hamburger Hafengeburtstags protestiert.

Zwei Kletterer enterten während des „Open-Ship“-Besuchsprogramms die Schiffsbefestigung des Einsatzgruppenversorgers „Bonn“ der deutschen Marine und brachten dort ein 4×1,50m großes, rotes Transparent an. Die Aufschrift des Transparentes in weißen Lettern lautete: „Wir wollen eure Kriege nicht – Bildung ohne Bundeswehr“. Die Klettertruppe wurde von weiteren AktivistInnen mit Transparenten („Bundeswehr Auftritte stoppen – Kein Werben fürs Töten und Sterben“, „Bundeswehr abschaffen“) und Sprechchören, z.B. „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, und mit Aktionstheater vom Steg unterstützt. Außerdem verlas eine Aktivistin eine Liste der Bundeswehr-Skandale der jüngeren Vergangenheit.

Die Feldjäger der Bundeswehr waren sichtlich überfordert mit den kreativen antimilitaristischen Protesten. Sie entfernten einige Aktivisten teils unter Einsatz roher Gewalt vom Ponton vor dem Militär-Schiff. „Das Vorgehen der Militärpolizei war vollkommen unverhältnismäßig“, kommentierte Alison Dorsch, Sprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, die rüde Gangart der Soldaten. „Der Einsatz straft den Bundeswehrslogan ‚Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst‘ Lügen und zeigt das wahre Gesicht des Militärs.“

Zum Hintergrund der Aktion erklärte Dorsch: „Wir wollen die Werbung um öffentliche Akzeptanz für Militarismus und Kriegseinsätze sowie die Rekrutierung für den Dienst an der Waffe nicht hinnehmen. Die Bundeswehr macht auf dem Hafenfest jährlich Reklame für das Kriegshandwerk und für die Kriege, die sie für im Interesse deutschen Wirtschaft und Politik führt.“

Vertreter der Bundesregierung, darunter der ehemalige Bundespräsident Gauck, Bundesverteidigungsministerin von der Leyen (CDU) und Ex-Außenminister Steinmeier (SPD), forderten in den letzten Jahren unisono, dass die Bundesrepublik global auch militärisch „mehr Verantwortung“ übernehmen müsse. Zur Zeit ist die Bundeswehr in 16 Auslandseinsätzen mit rund 3.200 Soldaten im Einsatz.

„Anstatt sich öffentlich für Wehrmachtsverherrlichung und ein mutmaßliches neo-faschistisches Netzwerk in den eigenen Reihen zu entschuldigen“, ergänzte BoB-Sprecherin Dorsch mit Blick auf den aktuellen Bundeswehr-Skandal, „wirkt die Bundeswehr wie in den Jahren zuvor hemmungslos am Hafengeburtstag auf eine Militarisierung der Zivilgesellschaft hin, die wir nicht akzeptieren können und wollen.“

Hamburger Ostermarsch 2017

Ostern gehen bundesweit tausende auf die Straße, um gegen Krieg, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Militarismus, Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte zu demonstrieren. In Hamburg hatte das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung unter dem Motto „Den Kriegen zum Trotz: Frieden jetzt! Sofort!“ zur Demonstration am Ostermarsch aufgerufen. Dem Aufruf folgten rund 1.500 Menschen. Es ging vom St.-Georgs-Kirchhof zur Abschlusskundgebung auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz, wo auch das Friedensfest im Anschluss stattfand.

Wir haben während der Zwischenkundgebung eine kurze Rede halten dürfen, die wir im Folgenden dokumentieren:

Rede für den Ostermarsch 2017

Liebe Friedensbewegte, Liebe GenossInnen!
Ich möchte heute über drei Tatsachen reden, denen wir als Friedensbewegung ins Auge sehen müssen – auch wenn sie noch so schmerzlich sind.
Erste Tatsache: Unser Protest, unsere Arbeit als Friedensbewegung ist noch immer unabdingbar. Noch immer und immer wieder stürzen die kapitalistischen Großmächte die Welt in Krieg und Elend: Irak, Afghanistan, Syrien, Mali, Ukraine, Jemen – die Liste ist lang. Dass Obama, der als erster Präsident zwei komplette Amtszeiten dauerhaft Kriege geführt hat, mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde, ist ein schlechter Witz. Aber auch bei der Europäischen Union ist der Friedenspreis vollkommen fehl am Platz. Mit dem zerstörerischen Potenzial und der kriegerischen Praxis der USA kann die Europäische Union zwar nur in ihren Träumen mithalten. Und doch organisiert sie die zunehmende militärische Zusammenarbeit zwischen ihren Mitglieds- und Anrainerstaaten. Sie plant, finanziert und treibt multinationale Rüstungs- und Kriegsprojekte voran. Solange die Herrschenden in Politik und Wirtschaft ihre Macht und ihren Profit mit kriegerischen Interventionen sichern, müssen und werden wir weiter auf die Straße gehen, um dagegen zu protestieren. Kein Frieden mit der NATO! Kein Frieden mit der Europäischen Union!
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