Es gibt neue Termine für Auftritte der Bundeswehr in Hamburg für die Monate April, Mai und Juni 2012. Das Werben zum Sterben geht also weiter – der Protest aber auch!
24. April: Stadtteilschule Bergedorf
9. Mai: Stadtteilschule Barmbek
9. Mai: Europatag
11.-13. Mai: Hafengeburtstag
19. Mai: Stadtteilschule Barmbek
12./13. Juni: Vocatium Hamburg Fachmesse für Ausbildung+Studium
Leider bleiben wir auch im neuen Jahr von Bundeswehrauftritten nicht verschont. Einige Termine sind kurzfristig öffentlich geworden:
10.1.: Julius-Leber-Schule
25.1.: Otto-Hahn-Schule
25.1.: Gymnasium Kiwi
31.1.: Gymnasium Oldenfelde
01.2.: Stadtteilschule Bergstedt
07.2.: Gymnasium Lämmermarkt
08.2.: Luisen Gymnasium
Außerdem gibt es den gewohnten Termin der Bundeswehr auf der Berufseinstiegsmesse am 24. und 25.2. und ein Konzert des BW-Orchesters am 27.3.2012
In der Rubrik „Material“ findet ihr ab sofort den allgemeinen Flyer zur Vorstellung des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr“. Zusätzlich haben wir die aktuelle Bundeswehrwerbung „Kein Schmuck für jedermann…“, die dem einen oder der anderen bereits begegnet sein könnte, etwas modifiziert und den wirklichen Verhältnissen angepasst. In Zukunft werdet ihr die „neue Bundeswehrwerbung“ auch in einigen Läden und Kneipen Hamburgs finden. Neu ist auch ein Banner zum Verlinken unserer Website.
Hier gehts zum Material
Auf der Homepage des Goethe-Gymnasiums Hamburg-Lurup ist zu lesen, dass die Schule seit 2006 mit dem „Gütesiegel für vorbildliche Berufsorientierung ausgezeichnet“ wird, unter anderem weil sie „außerschulische Lernorte“ in den Unterricht integriere. Das Ziel der schulischen Arbeit sei, so heißt es weiter, die Förderung von „Kernkompetenzen im sozialen Umgang mit anderen“, „Toleranz und Verantwortung“, um „langfristig die Anschlussfähigkeit“ der SchülerInnen zu steigern. „Von Beginn an“ werde auf „ein friedliche Miteinander“ und auf ein „konfliktfreien Umgang“ besonders Wert gelegt.
„Wie sich diese löblichen Ansprüche damit in Einklang bringen lassen, dass die Schulleitung jedes Jahr die Bundeswehr zu ihrer „Berufsinfobörse“ einlädt, ist mir schleierhaft“, so Christin Bernhold, Sprecherin des Hamburger Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr“. Der parteiunabhängige Zusammenschluss protestierte am Donnerstag Abend (1.12.2011) dementsprechend vor der Aula der Schule, in der SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8 bis 12 unter anderem von einem Vertreter der Bundeswehr über – wie es in den Propagandamaterialien der Militärs heißt – eine „Karriere mit Zukunft“ beim Bund „informiert“ wurden.
„Auf unsere Briefe an die Verantwortlichen der Schule haben wir keine Antwort erhalten. Wir hatten die Schulleitung gebeten, die Bundeswehr wieder auszuladen“, so Bernhold. „13-jährige Schülerinnen und Schüler zu ausgebildeten und bezahlten Jugendoffizieren der Bundeswehr zu schicken, die den Auftrag haben, die Meinung des Bundesverteidigungsministeriums nach außen zu vertreten, ist verantwortungslos. Sie beschönigen Kriege und stellen Geld in Aussicht, damit junge Menschen zur Bundeswehr kommen. ‚Friedliche‘ Formen der Konfliktlösung lernt man bei der Bundeswehr nur, sofern sie der militärischen Logik dienen.“ Die Jugendlichen, denen über Flyer und im direkten Gespräch das Anliegen des Bündnisses näher gebracht wurde, reagierten bis auf wenige Ausnahmen positiv.
Die Rekrutierungs- und Indoktrinierungseinsätze an Schulen, die schon seit einigen Jahren – jetzt noch verstärkt seit der Aussetzung der Wehrpflicht – von der Bundeswehr angeboten und durchgeführt werden, verletzen nicht nur die politische Neutralität der Schulen als Lern- und Bildungsinstitution. Sie gewöhnen auch Menschen schon früh daran, dass Militärs und Krieg im öffentlichen Leben „dazu gehören“. „Die Bundeswehr ist kein ‚normales Unternehmen‘ wie jedes andere“, so Bernhold schließlich. „Während hier der Jugendoffiziere berichtet, wie schön es beim Bund ist, sind bereits die nächsten Kontingente der Bundeswehr auf dem Weg nach Afghanistan, um dort für die westlichen Wirtschaftsinteressen Bomben zu werfen und Menschen zu töten.“
Pressekontakt:
Christin Bernhold erreichen sie unter folgender Telefonnummer: 01577-8271728
Schreiben sie uns an: bildungohnebundeswehr@gmx.de
Homepage: bildungohnebundeswehr.blogsport.de
Facebook: Bob Hamburg
Immer wieder wollen LehrerInnen, Eltern oder SchülerInnen aktiv werden, wenn die Bundeswehr an ihre Schule bzw. an die Schule ihrer Kinder kommt. Einige wissen leider nicht, was sie unternehmen können oder wie sie etwas unternehmen können. Daher bieten wir jetzt erste Materialien an, mit denen bei der Schulleitung gegen den Besuch von Angehörigen der Bundeswehr protestiert und mit denen ein Kind von der Teilnahme am Unterricht mit Jugendoffizieren oder WehrdienstberaterInnen befreit werden kann.
Eine Vorlage zur Schulfreistellung und einen Antrag an die Schulleitung bei einem Bundeswehrbesuch an Eurer Schule findet ihr unter „Material“.