1.Mai gegen Krieg, Krise und Klassenkampf von oben

Ausgestattet mit Schutzmasken, Transparenten und Schildern haben wir heute mit einem Bündnis antikapitalistischer und friedenspolitischer Organisationen anlässlich des internationalen ArbeiterInnenkampftags, dem 1. Mai, am Hamburger Jungfernstieg demonstriert. Wir haben gegen eine Lösung von Wirtschafts- und Coronakrise zu Lasten der lohnabhängig Beschäftigten und zugunsten der KapitaleigentümerInnen protestiert. An unseren Kundgebungen am Flaggenplatz und auf der Reesendammbrücke unter dem Motto „Die Reichen müssen für die Krise zahlen! Versammlungsfreiheit wiederherstellen – Gesundheitssystem vergesellschaften – Bundeswehreinsätze beenden“ beteiligten sich trotz strenger Auflagen zwischen 150 und 200 Personen.

Es waren zwar nur zwei Kundgebungen mit jeweils 25 Personen genehmigt worden und die Polizei vor Ort verweigerte die spontane Anmeldung weiterer Kundgebungen in Sichtweite. Aber durch die gute Selbstorganisation der TeilnehmerInnen gelang es, die Kundgebungen so zu gestalten, dass die Anforderungen des Infektionsschutzes eingehalten wurden und wir dennoch mit mehr Personen für zahlreiche Forderungen auf die Straße gehen konnten, die sonst kein Gehör gefunden hätten. Die PassantInnen in der Innenstadt haben die Kundgebungen und unsere Reden jedenfalls mit Interesse zur Kenntnis genommen.

Auf Transparenten und Schildern sowie in den Reden wurde deutliche Kritik an der bisherigen Krisenpolitik der Bundesregierung geübt. Die Einführung des 12-Stundentags wurde ebenso angeprangert wie der Einsatz der Bundeswehr im Inland, die Unterstützung für Konzerne, die systematische Unterfinanzierung von Pflege- und Gesundheitssystem oder die unverhältnismäßige Einschränkung bürgerlicher Freiheiten bei gleichzeitiger Fortsetzung von Profitproduktion auch in nicht „systemrelevanten“ Betrieben. Wir danken allen, die sich bei der Organisation beteiligt haben und die diese kleine Protestaktion heute zu einem Erfolg gemacht haben.