Archiv für Mai 2017

Bundeswehrauftritt bei der Süderelber Berufs- und Ausbildungsmesse

Bei der 4. Runde 2017 der Berufs- und Ausbildungmesse Süderelbe beim Fußballclub FCS Süderelbe in Fischbeck wurde erneut die Bundeswehr eingeladen.
Auch wenn wir es von BoB (Bündnis Bildung ohne Bundeswehr) grundsätzlich gut heißen, dass auch Sportclubs sich darum bemühen Jugendlichen Möglichkeiten für ihren Berufs- und Ausbildungsweg aufzuzeigen, üben wir harte Kritik daran, dass sie die Bundeswehr erneut eingeladen haben und der Truck der Bundeswehr mit Abstand der größte Stand auf der ganzen Messe war. Direkt am Eingang standen 2 Offiziere und konnten die Jugendlichen bereits vor dem betreten der Halle für sich gewinnen, haben ihnen aufregende Geschichten erzählt, u.a. mit welchen Waffen sie hantieren, um sie direkt rfür den Dienst an der Waffe begeistern zu können. Gerade bei Jungs fand diese Angebot großen Anklang. Sie schmückten sich mit camouflage Schlüsselanhängern und Taschen mit dem Aufdruck „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“.

Wir von BoB waren trotz Ärgernis des Verandstalters, unter anderem mit einem Sarg zum Probeliegen, vor Ort und haben mit den Jugendlichen über den Dienst an der Waffe gesprochen und sie darauf hingewiesen, dass sie sich bei ihrer Berufs- und Ausbildungswahl gut informieren sollten, statt sich täuschen zu lassen von vermeindlich aufregenden Job- und Ausbildungsangeboten.

Wir fanden viel Zuspruch und haben mit dem Sarg sehr viel Irritation hervor rufen können.
Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber und darf bei solchen Veranstaltungen nicht präsent sein und Jugendliche überwältigen. Die zivilen Stränge innerhalb des Bundeswehr müssen ausgelagert werden und die Bundeswehr als Ganzes gehört abgeschafft!

Video zu Protesten gegen Bundeswehr beim 828. Hafengeburtstag

Der alternative Sender graswurzel.tv hat die Proteste gegen die Bundeswehr bei 828. Hafengeburtstag und das unverhältnismäßige Eingreifen der Feldjäger mit einem kurzen Videoclip dokumentiert:

„Wir wollen Eure Kriege nicht!“

Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestiert gegen die Bundeswehr auf dem 828. Hafengeburtstag
- Militär geht gegen Zivilisten mit Gewalt vor

Am Samstag haben AntimilitaristInnen an der Überseebrücke auf St. Pauli mit vielfältigen Aktionen gegen den Auftritt der Bundeswehr im Rahmen des 828. Hamburger Hafengeburtstags protestiert.

Zwei Kletterer enterten während des „Open-Ship“-Besuchsprogramms die Schiffsbefestigung des Einsatzgruppenversorgers „Bonn“ der deutschen Marine und brachten dort ein 4×1,50m großes, rotes Transparent an. Die Aufschrift des Transparentes in weißen Lettern lautete: „Wir wollen eure Kriege nicht – Bildung ohne Bundeswehr“. Die Klettertruppe wurde von weiteren AktivistInnen mit Transparenten („Bundeswehr Auftritte stoppen – Kein Werben fürs Töten und Sterben“, „Bundeswehr abschaffen“) und Sprechchören, z.B. „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“, und mit Aktionstheater vom Steg unterstützt. Außerdem verlas eine Aktivistin eine Liste der Bundeswehr-Skandale der jüngeren Vergangenheit.

Die Feldjäger der Bundeswehr waren sichtlich überfordert mit den kreativen antimilitaristischen Protesten. Sie entfernten einige Aktivisten teils unter Einsatz roher Gewalt vom Ponton vor dem Militär-Schiff. „Das Vorgehen der Militärpolizei war vollkommen unverhältnismäßig“, kommentierte Alison Dorsch, Sprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, die rüde Gangart der Soldaten. „Der Einsatz straft den Bundeswehrslogan ‚Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst‘ Lügen und zeigt das wahre Gesicht des Militärs.“

Zum Hintergrund der Aktion erklärte Dorsch: „Wir wollen die Werbung um öffentliche Akzeptanz für Militarismus und Kriegseinsätze sowie die Rekrutierung für den Dienst an der Waffe nicht hinnehmen. Die Bundeswehr macht auf dem Hafenfest jährlich Reklame für das Kriegshandwerk und für die Kriege, die sie für im Interesse deutschen Wirtschaft und Politik führt.“

Vertreter der Bundesregierung, darunter der ehemalige Bundespräsident Gauck, Bundesverteidigungsministerin von der Leyen (CDU) und Ex-Außenminister Steinmeier (SPD), forderten in den letzten Jahren unisono, dass die Bundesrepublik global auch militärisch „mehr Verantwortung“ übernehmen müsse. Zur Zeit ist die Bundeswehr in 16 Auslandseinsätzen mit rund 3.200 Soldaten im Einsatz.

„Anstatt sich öffentlich für Wehrmachtsverherrlichung und ein mutmaßliches neo-faschistisches Netzwerk in den eigenen Reihen zu entschuldigen“, ergänzte BoB-Sprecherin Dorsch mit Blick auf den aktuellen Bundeswehr-Skandal, „wirkt die Bundeswehr wie in den Jahren zuvor hemmungslos am Hafengeburtstag auf eine Militarisierung der Zivilgesellschaft hin, die wir nicht akzeptieren können und wollen.“