„Let’s Care“ sorgt für SoldatInnennachwuchs

Am gestrigen Mittwoch und heute hat unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ gemeinsam mit der Friedensinitiative Niendorf und der Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) gegen die Bundeswehr-Werbung und -Rekrutierung bei „Let’s Care. Jobmesse Soziale Berufe“ demonstriert. Das lokale „Niendorfer Wochenblatt“ hat bereits über die Proteste berichtet.

Über zwei Tage haben wir bei echtem norddeutschen Schietwetter hunderte Flyer verteilt und diskutiert. Viele Besucher- und zahlreiche AusstellerInnen der Messe kamen an den Infostand und haben uns ihre Zustimmung deutlich signalisiert und artikuliert. Einzelne AusstellerInnen haben auch Flyer in die Messe-Hallen mitgenommen und sich bei der Messeleitung über die Präsenz des Militärs und die Ausgrenzung der Friedens- und AntikriegsaktivistInnen beschwert. Alle, die sich an der Kundgebung vor dem Messe-Eingang beteiligt haben, durften auf ausdrücklich Anweisung der Messeleitung nicht die Ausstellungsräumlichkeiten betreten. Dafür gab es Gratis-Kaffee von den sympathisierenden AusstellerInnen.
„Let’s Care“ ist laut eigenen Angaben „die größte Messe ihrer Art in Deutschland“ und findet jährlich in den Messehallen in Hamburg-Schnelsen statt. Partner der Jobmesse sind neben der Bundesagentur für Arbeit, die ohnehin mit der Bundeswehr kooperiert, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Deutsche Bundesverband für Pflegeberufehttps://www.dbfk.de/de/index.php und die Diakonie Hamburg.
Die „Karriereberatung“ der Bundeswehr warb vor allem mit Ausbildungsberufen im medizinischen Bereich (Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Notfallsanitäter/-in, Medizinische/-r Fachangestellte/-r, Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r, Medizinisch-technische/-r Assistent/-in), mit dem Studium der Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Pharmazie sowie mit eine Praktikum im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus. Der Fokus auf der Nachwuchsreklame auf das Gesundheitswesen korreliert mit der Millionen Euro teuren Rekrutierungskampagne „Mach was wirklich zählt“, mit der zuerst IT- und derzeit Arbeitskräfte für den Sanitätsdienst der Bundeswehr „gewonnen“ werden sollen.