Archiv für Januar 2017

„Let’s Care“ sorgt für SoldatInnennachwuchs

Am gestrigen Mittwoch und heute hat unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ gemeinsam mit der Friedensinitiative Niendorf und der Ortsgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) gegen die Bundeswehr-Werbung und -Rekrutierung bei „Let’s Care. Jobmesse Soziale Berufe“ demonstriert. Das lokale „Niendorfer Wochenblatt“ hat bereits über die Proteste berichtet.

Über zwei Tage haben wir bei echtem norddeutschen Schietwetter hunderte Flyer verteilt und diskutiert. Viele Besucher- und zahlreiche AusstellerInnen der Messe kamen an den Infostand und haben uns ihre Zustimmung deutlich signalisiert und artikuliert. Einzelne AusstellerInnen haben auch Flyer in die Messe-Hallen mitgenommen und sich bei der Messeleitung über die Präsenz des Militärs und die Ausgrenzung der Friedens- und AntikriegsaktivistInnen beschwert. Alle, die sich an der Kundgebung vor dem Messe-Eingang beteiligt haben, durften auf ausdrücklich Anweisung der Messeleitung nicht die Ausstellungsräumlichkeiten betreten. Dafür gab es Gratis-Kaffee von den sympathisierenden AusstellerInnen.
„Let’s Care“ ist laut eigenen Angaben „die größte Messe ihrer Art in Deutschland“ und findet jährlich in den Messehallen in Hamburg-Schnelsen statt. Partner der Jobmesse sind neben der Bundesagentur für Arbeit, die ohnehin mit der Bundeswehr kooperiert, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Deutsche Bundesverband für Pflegeberufehttps://www.dbfk.de/de/index.php und die Diakonie Hamburg.
Die „Karriereberatung“ der Bundeswehr warb vor allem mit Ausbildungsberufen im medizinischen Bereich (Gesundheits- und Krankenpfleger/-in, Notfallsanitäter/-in, Medizinische/-r Fachangestellte/-r, Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r, Medizinisch-technische/-r Assistent/-in), mit dem Studium der Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Pharmazie sowie mit eine Praktikum im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus. Der Fokus auf der Nachwuchsreklame auf das Gesundheitswesen korreliert mit der Millionen Euro teuren Rekrutierungskampagne „Mach was wirklich zählt“, mit der zuerst IT- und derzeit Arbeitskräfte für den Sanitätsdienst der Bundeswehr „gewonnen“ werden sollen.

Militärpropaganda und Rekrutierungsveranstaltungen im Neuen Jahr

Ehe man sich versieht, ist das neue Jahr angebrochen. Wie zu erwarten bringt auch 2017 zahlreiche Bundeswehrauftritte mit sich. Wie aus der vierteljährigen Anfrage der Fraktion DIE LINKE im deutschen Bundestag hervorgeht, stehen allein in Hamburg im ersten Quartal des Jahres nach derzeitigen Stand der Planung vier Messen, sechs Schulbesuche, drei Truppenbesuche von Schulklassen an der Helmut-Schmidt-Bundeswehr-Universität und zwei Propaganda- und Rekrutierungsveranstaltungen im Berufsinformationszentrum (BIZ) an. Das Veranstaltungspensum bleibt damit auf einem konstant hohen Niveau. Die Zielgruppe der Agitation ist ebenfalls unschwer erkennbar: Die Bundeswehr konzentriert sich auch 2017 auf minderjährige SchülerInnen, um sie zu indoktrinieren und fürs Töten und Sterben anzuwerben.
Unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ wird sich der aggressiven Militarisierung von Schulen im Besonderen und der Öffentlichkeit im Allgemeinen weiterhin in den Weg stellen. Wir freuen uns dabei über eure Solidarität und Mitwirkung in jeglicher Form.

Die Bundeswehr auf Messen:
11.-12.1 Let’s Care
14.-15.1. Jobmesse
17.-18.2. Messe Einstieg
2.3. Messe VDI Recruiting-Tag

Die Bundeswehr an Schulen:
23.1. Otto-Hahn-Schule (Stadtteilschule, 11. Klasse)
26.1. Gymnasium Meiendorf (11. Klasse)
31.1. Gymnasium Oldenfeld (11. Klasse)
2.2. Truppenbesuch (9. Klasse) des Gymnasialen Schulzentrums Stralendorf an der „Helmut-Schmidt-Bundeswehruniversität“
10.2. Stadtteilschule Niendorf (12. Klasse)
20.2. Stadtteilschule-Richard-Linden-Weg (11. und 12. Klasse)
23.2. Truppenbesuch (12. Klasse) der Berufsbildenden Schule Stendal (Fachgymnasiusm) an der Universität der Bundeswehr
1.3. Stadtteilschule Hamburg Mitte (8.-10. Klasse)
16.3. Truppenbesuch (11. Klasse) des Rudolf Hildebrand Gymnasiums Stendal (Fachgymnasiusm) an der Universität der Bundeswehr

Die Bundeswehr auf Berufsinformationsveranstaltungen:
31.1. BIZ
21.3. BIZ