Kein Nachwuchs für den Cyberkrieg

Im Messezentrum Hamburg-Schnelsen fand am Mittwoch (23.11.2016) eine Berufsorientierungsmesse für SchülerInnen mit dem Namen „Traumberuf IT & Technik“ statt. Die Veranstalterin, die kommerzielle Schülerzeitung „absolut°karriere“ des Bildungsverlags absolut°karriere GmbH & Co. KG aus München, hatte auch die Bundeswehr eingeladen.
Wie nicht zuletzt die auf IT-Arbeitskräfte zugeschnittene Werbekampagne der Bundeswehr zeigt, versuchen die Militärs jetzt, gezielt Technik- & IT-affine junge Leute anzuwerben. Hintergrund für die neuen IT-Laufbahnen bei der Bundeswehr sind mutmaßlich die Bedrohung durch „Cyber-Angriffe“.

Für die SchülerInnen war die Veranstaltung am frühen Morgen verpflichtend. Das Bündnis Bildung ohne Bundeswehr (BoB) und andere AntimilitaristInnen empfingen sie am Messeeingang unter anderem mit einer Kundgebung, zahlreichen Transparenten, zum Beispiel mit den Slogan „Krieg ist keine Berufsperspektive“ – „Kein Werben fürs Töten und Sterben“, und mit antimilitaristischer HipHop-Musik. Jugendliche konnten im Sarg probeliegen und sich am Infostand über die Rekrutierungs- und Propagandastrategien der Bundeswehr informieren.

Durch den Protest wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Bundeswehr bei jeglichen Berufsorientierungsveranstaltungen in der Schule, im Berufsinformationszentrum auch auch bei Messen nichts zu suchen hat. Die Bundeswehr ist kein „normaler“ Arbeitgeber, sondern für Ausbeutung, Kriege und Elend auf der ganzen Welt mit verantwortlich. In den Messehallen wie vor der Tür wurden Flyer verteilt und der Stand der Bundeswehr neu bestückt. Viele Jugendliche zeigten sich an diesem Morgen interessiert und freuten sich über die antimilitaristischen Sound.