Archiv für Juni 2016

„Kein(en) Tag der Bundeswehr“ in Hamburg

In der gesamten Bundesrepublik ließ das Bundesverteidigungsministerium am 11. Juni zum zweiten Mal den „Tag der Bundeswehr“ an 16 Standorten ausrichten. Ziel ist es, für die Bundeswehr und die Auslandseinsätze des deutschen Militärs zu werben, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und neue RekrutInnen zu gewinnen. Hintergrund-Informationen zum „Tag der Bundeswehr“ gibt es hier und zur Premiere im vergangenen Jahr hier.

Hamburg war zum ersten Mal Veranstaltungsort. Die Bundeswehr-Hochschule in Hamburg (Helmut-Schmidt-Universität) hatte ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Darunter befand sich, wie an allen anderen 15 Standorten auch, ein „Kinderprogramm“. Um 13.30 Uhr wurde die Rede von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf Leinwänden ausgestrahlt.

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) hatte bundesweit zu Protesten gegen das Militär-Event aufgerufen. In zahlreichen Städten folgten Friedensgruppen und Antikriegsorganisationen dem Appell, z.B. in Bonn, Erfurt, Trier, Stetten am kalten Markt, München und Bückeburg.

In Hamburg hat das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ sich zusammen mit der Regionalgruppe der DFG-VK eine Kundgebung gegen den „Tag der Bundeswehr“ direkt vor den Toren der Militär-Universität im Hamburger Außenbezirk Jenfeld ausgerichtet. Es kamen rund 50 junge und alte AntimilitaristInnen aus der Hansestadt und dem Umland. Mit Infotisch, Flyern, Transparenten, Ballons für Kinder und „Probeliegen im Sarg“ sorgten die Proteste für Aufsehen. Bei Gesprächen kam es zu teils hitzige Diskussionen mit BesucherInnen.

Als um 13.30 Uhr die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Rede zum „Tag der Bundeswehr“ begann, kam es zu lautstarken Protesten. Rund zwei Dutzend AntimilitaristInnen hatten mit Transparenten mit Aufschriften wie „War start’s here, let’s stop it here!“ und mit Parolen wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ das Gelände der Militär-Hochschule betreten, um ihrem Unmut über das Militär-Event Luft zu machen. Die gesamte Ansprache war für die ZuhörerInnen nur schwer verständlich. Entsprechend aufgebracht reagierten die Feldjäger. Es hagelte Platzverweise und die AktivistInnen wurden unter Androhung von Gewalt des Universitätsgeländes verwiesen.

In Anspielung auf den Bundeswehr-Kampagnen-Slogan „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“ sagte die Pressesprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, Denise Wilken: „Wenn wir tun, was den Militärs nicht passt, sorgt die Bundeswehr dafür, dass es keinen Protest mehr gibt. Als wir unseren Widerspruch gegen die Militarisierung der Gesellschaft kundgetan haben, hat man uns Platzverweise erteilt und unter Androhung von Gewalt vom Gelände geschmissen.“
Wilken erklärte weiter: „Wir lehnen militaristische Schmierenkomödien wie den ‚Tag der Bundeswehr‘ ab. Die Bundesregierung und die Bundeswehr versuchen mit solchen Inszenierungen, dem Militär und der deutschen Kriegspolitik Akzeptanz in der Bevölkerung zu verschaffen. Damit die andauernden Auslandseinsätze für deutsche Konzerne und deutsche Großmachtträume weiter funktionieren, müssen die Menschen an der Heimatfront davon überzeugt werden, dass die Kriege von deutschem Boden richtig sind. Die Bundeswehr-Werbung muss sofort eingestellt werden.“

Die Pressemitteilung des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ zu den Aktionen gibt es hier.

Proteste gegen den „Tag der Bundeswehr“ in Hamburg

AntimilitaristInnen stören Festrede der Verteidigungsministerin

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ und die Regionalgruppe der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) haben am Samstag mit verschiedenen kreativen Aktionen gegen den „Tag der Bundeswehr“ an der Bundeswehr-Hochschule (Helmut-Schmidt-Universität) in Hamburg protestiert. Zur Kundgebung der DFG-VK im Hamburger Außenbezirk Jenfeld direkt vor den Toren der Militär-Universität kamen rund 50 junge und alte AntimilitaristInnen aus der Hansestadt und dem Umland. Mit Infotisch, Flyern, Transparenten, Ballons für Kinder und „Probeliegen im Sarg“ sorgten die Proteste für Aufsehen. Bei Gesprächen kam es zu teils hitzige Diskussionen mit BesucherInnen.

Als um 13.30 Uhr die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Rede zum „Tag der Bundeswehr“ begann und diese auf Leinwänden in Hamburg ausgestrahlt wurde, kam es zu lautstarken Protesten. Rund zwei Dutzend AntimilitaristInnen hatten mit Transparenten mit Aufschriften wie „War start’s here, let’s stop it here!“ und mit Parolen wie „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ das Gelände der Militär-Hochschule betreten, um ihrem Unmut über das Militär-Event Luft zu machen. Die gesamte Ansprache war für die ZuhörerInnen nur schwer verständlich.

In Anspielung auf den Bundeswehr-Kampagnen-Slogan „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“ sagte die Pressesprecherin des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“, Denise Wilken: „Wenn wir tun, was den Militärs nicht passt, sorgt die Bundeswehr dafür, dass es keinen Protest mehr gibt. Als wir unseren Widerspruch gegen die Militarisierung der Gesellschaft kundgetan haben, hat man uns Platzverweise erteilt und unter Androhung von Gewalt vom Gelände geschmissen.“

Wilken erklärte weiter: „Wir lehnen militaristische Schmierenkomödien wie den ‚Tag der Bundeswehr‘ ab. Die Bundesregierung und die Bundeswehr versuchen mit solchen Inszenierungen, dem Militär und der deutschen Kriegspolitik Akzeptanz in der Bevölkerung zu verschaffen. Damit die andauernden Auslandseinsätze für deutsche Konzerne und deutsche Großmachtträume weiter funktionieren, müssen die Menschen an der Heimatfront davon überzeugt werden, dass die Kriege von deutschem Boden richtig sind. Die Bundeswehr-Werbung muss sofort eingestellt werden.“