Archiv für Februar 2016

Bundeswehr-Werbe-Kampagne


Die Bundeswehr versucht mit ihrer 10,6 Millio- nen teuren Werbeoffensive „Mach was wirklich zählt“ erneut, junge Leute zu rekrutieren. Sie drängt in Bildungseinrichtungen, ist immer selbstverständlicher präsent in Schulen, Kitas, auf Jobmessen und auf Großereignissen wie dem Hafengeburtstag. Sie will als ganz normaler Arbeitgeber wahrgenommen werden und die Militarisierung der Gesellschaft weiter vorantreiben.
Dafür wirbt die Bundeswehr mit Abenteuer und Nervenkitzel, mit schlauen Sprüchen massiv an öffentlichen Orten, wie Bahnhöfen, wie „Wir kämpfen auch dafür, dass du gegen uns sein kannst“, „Hier kämpfst Du für Deine Patienten. Nicht für den Profit.“ oder „Bei uns geht es ums Weiterkommen, nicht ums Stillstehen“ und „Grünzeug ist auch s´gesund für deine Karriere“.

Die Bundeswehr spricht gezielt junge Frauen an und blendet gekonnt aus, dass sich die Jugendlichen bei ihr für viele Jahre verpflichten müssen, während Auslandeinsätze und das Töten auf der Tagesordnung stehen. 55% der Frauen in der Bundeswehr gaben 2014 an, dass sie sexuell belästigt wurden. Knapp 1700 Soldaten haben sich wegen posttraumatischer Belastungsstörungen 2014 bei der Bundeswehr in Behandlung gegeben. 26% der Soldaten stuften sich selbst als rechts ein. Von den Dunkelziffern ganz zu schweigen. Deutschland entsendet aktuell bis zu 1.200 Bundeswehrsoldaten in den Kampf gegen den IS nach Syrien – damit laufen derzeit 17 Auslandeinsätze. Obwohl der Irak- und Afghanistankrieg uns so unweigerlich verdeutlicht haben, dass mit Kriegseinsätzen der weltweit vorherrschenden Länder der Terrorismus nur genährt wird und Länder noch stärker zerrüttet werden.
Deutschland führt Krieg, nicht zuletzt um Handelswege und Rohstoffquellen zu sichern. Allianzen werden je nach Stimmungslage und Machtgefüge gebildet – egal, ob sich die Partner der Demokratie verschrieben haben oder die zukünftigen Terroristen sind.
Das Kollektiv peng machte mit einer Gegenkampagne bereits im letzten Jahr auf die Absurdität dieser neuen Werbekampagne aufmerksam:
http://www.machwaszaehlt.de/.
BoB verteilte Postkarten mit dem Slogan: „Mach was wirklich zählt – Bundeswehr wegtreten“ in Hamburger Kneipen.
Komm‘ zu unseren Treffen und mach was wirklich zählt: Engagier‘ dich in der antimilitaristischen Bewegung!
Lass‘ uns dem Krieg der Mächtigen entgegentreten!
Unser Protest ist wichtig!