Archiv für September 2014

Bundeswehrpropaganda und -rekrutierungstermine bis zum Jahresende 2014

Die Bundeswehr macht bundesweit unzählige Infostände bei Messen und öffentlichen Anlässen, wie z.B. dem Hafengeburtstag, Besuche in Schulen, Vorträge im Berufsinformationszentren usw., um dringend neue RekrutInnen zu gewinnen und um Rückhalt und Akzeptanz für die Bundeswehr als Institution und die Kriege der Bundesrepublik überall auf der Welt zu erzeugen. Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ und zahlreiche andere Gruppen und Organisationen lehnen diese Form der Propaganda- und Rekrutierungsauftritte grundsätzlich ab. Daher organisieren wir beständig Protest gegen sie. Nächste Möglichkeiten bieten sich in Hamburg bis zum Ende des Jahres bei folgenden Anlässen:

2.10. Truppenbesuch an der HSU (Interessenten aus Beratungsgesprächen 11. und 12. Klasse)
3.-10.10. Du und Deine Welt (Messe)
6.10. Stadtteilschule Finkenwerder (21129) (Karriereberater)
7.10. Matthias-Claudius-Schule (22041) (Karriereberater)
7.10. Konzert des Musikkorps der Bundeswehr (20539)
9.10. Heisenberg (21075) (Karriereberater)
20.10. BIZ Hamburg
23.10. Truppenbesuch an der HSU (Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium Salzwedel 11. und 12. Klasse)
25.10.- 2.11. Hanseboot (Messe)
12.11. Stadtteilschule Walddörfer (22359) (Karriereberater)
13.11. Truppenbesuch an der HSU (Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasium, Marie- Curie-Gymnasium, Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium, Talsand- Gesamtschule, Christa und Peter Scherpf Gymnasium, Gymnasium- Wittstock, Gottfried-Amold-Gymnasium, Evangelisches Gymnasium Neuruppin 11., 12. und 13. Klasse)
16.11. Reservisten beteiligen sich am Volkstrauertag bei Veranstaltungen, die in Stadtteilen Hamburgs mit den folgenden Postleitzahlen stattfinden: 22043, 22459, 21075, 22337
19.11. Goethe-Schule (Karriereberater)
3.-5.12. 14. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

BoB ruft alle FriedensaktivistInnen und KriegsgegnerInnen auf, öffentlich gegen die Auftritte der Bundeswehr zu protestieren!

„Sometime they‘ll give a war and nobody will come.“ (Carl Sandburg) – BoB mit Vortrag zu Gast in der BraVoKü

Am 8. Oktober um 19 Uhr findet die monatliche vegane Volksküche im schönen Bramfelder Kulturladen Brakula statt: die BraVoKü. Und „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ ist eingeladen worden, den Gästen in einem kurzen Vortrag darzustellen, warum wir gegen die Rekrutierung und Propaganda der Bundeswehr in der Öffentlichkeit Proteste organisieren. Kommt vorbei! Es gibt ein leckeres 3-Gänge-Menü und jede Menge Diskussionsstoff. Hier unsere Vorankündigung:

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Konkurrenz zwischen den Kapitalen und den Staaten um die letzten zu verteilenden Pfründe in der anhaltenden Krise des kapitalistischen Weltsystems haben die politischen ExponentInnen der herrschenden Klasse in der Bundesrepublik Anfang des Jahres ausgesprochen, was ohnehin seit Jahren geschieht. Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU), Außenminister Steinmeier (SPD) und Bundespräsident Gauck gaben nahezu unisono bekannt, dass die Interessen der deutschen Ökonomie und Politik in Zukunft vermehrt mit militärischen Mitteln wahrgenommen werden sollen.
Um Kriege und militärische Operationen führen zu können, ist die Bundesregierung maßgeblich darauf angewiesen, dass ihr das Personal zur Verfügung steht, das an der Front verheizt werden kann, und dass die Menschen an der „Heimatfront“ ihr Tun billigt. Insbesondere seit der Reform der Bundeswehr zu einer Freiwilligen- und Berufsarmee „im Einsatz“ arbeitet das Bundesverteidigungsministerium deshalb an der Ausweitung der alten und an neuen Methoden zur Rekrutierung und Indoktrination junger Menschen. 2014 lancierte die erste Ministerin auf der Hardthöhe die x-te „Attraktivitätsoffensive“ in den vergangen Jahren.
Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ arbeitet seit einigen Jahren daran, über die Absichten und die Beweggründe der Militärs für die Rekrutierung aufzuklären und Proteste gegen die Militarisierung der Gesellschaft durch das zunehmende Vordringen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit, zum Beispiel an Schulen, bei Messen, beim Hafengeburtstag oder im Berufsinformationszentrum (BIZ) zu organisieren. Denn: Wenn niemand zum Bund geht, kann „Deutschland“ auch keinen Krieg führen.

Gegen Krieg und Militarisierung der Gesellschaft! Demo zum Antikriegstag 2014

In Hamburg gingen am Antikriegstag, dem 1. September, mehrere hundert Menschen gegen die Kriege und die Waffenexporte des Westens auf die Straße. Das Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung hatte, unterstützt von einem breiten Bündnis, zur Demonstration unter dem Motto „Den Kriegsterror beenden“ aufgerufen. Sie führte vom Kriegsklotz hinter dem S-Bahnhof Dammtor durch die Innenstadt mit Zwischenkundgebungen am Gänse- und auf dem Rathausmarkt. Die TeilnehmerInnen der Demonstration repräsentierten verschiedene Strömungen der Antikriegs- und Friedensbewegung. Dies wurde auch in den vielfältigen Redebeiträgen u.a. zum Krieg in der Ukraine, den die deutsche Regierung auf Seiten Kiews unterstützt, zu den am 75. Jahrestag von der Großen Koalition beschlossenen Waffenexporten in den Nahen Osten, zur anhaltenden Okkupationspolitik Israels und zu vielen anderen Themen deutlich.

Unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ hat sich wie in den Vorjahren wieder aktiv an der Demonstration beteiligt und hatte ebenfalls zu ihr aufgerufen. Mit Transparenten und Flyern hat BoB auf seine Forderung, die Militarisierung der Gesellschaft durch Rekrutierung und Propaganda der Bundeswehr in Schulen, Berufsinformationszentren, an Hochschulen, bei öffentlichen Anlässen wie dem Hafengeburtstag usw., hingewiesen. Außerdem wurde mit einer kleinen Aktion plastisch veranschaulicht, was den von WehrdienstberaterInnen (heute: „KarriereberaterInnen“) und Jugendoffizieren angeworbenen und indoktrinierten Jugendlichen droht: der Tod im Einsatz. Entsprechend konnten Jugendliche auf dem Rathausmarkt in einem Sarg Probeliegen.

Die angekündigte Hauptrednerin, die Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Sevim Dagdelen, konnte ihre Ansprache nicht persönlich halten, weil die Bundesregierung kurzfristig den Bundestag einberufen hatte, um Waffenlieferungen an die mit ihr verbündeten kurdischen Organisationen im Irak zu beschließen. Dagdelens flammende Rede gegen die Großmachtpolitik der verschiedenen deutschen Bundesregierungen in den vergangenen 15 Jahren, die trotz ihrer Abwesenheit bei der Auftaktkundgebung am Kriegsklotz vorgetragen wurde, stimmte die Teilnehmer auf die folgende Demonstration ein. Zurecht kritisierte Dagdelen auch die opportunistische Politik der Linkspartei-Funktionäre, die wiederholt einen Kompromiss mit dem bürgerlichen Block suchen und dafür auch Auslandseinsätzen der Bundeswehr zustimmen.