Archiv für September 2012

Du und deine Kriegswelt – Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestierte heute, am 22. September 2012, gegen die großflächige Präsenz der Bundeswehr auf der Messe „Du und deine Welt“. Die Aktion fand als Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung statt.

Zum Messeauftakt entfalteten AktivistInnen vor dem Eingang Süd der Messehallen ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehrauftritte stoppen“. Gleichzeitig wurden Flugblätter an Besucher verteilt und von diesen interessiert entgegengenommen. Unbekannte hatten zudem literweise Kunstblut vor dem Haupteingang verschüttet und lautstark vermittelt, dass sie mit ihrer Aktion auf die zahlreichen Opfer der Auslandseinsätze der Bundeswehr aufmerksam machen wollten.

„Die Bundeswehr hat auf dieser Messe genauso wenig zu suchen wie in Schulen und an anderen öffentlichen Orten“, so das Mitglied des Bündnisses Bildung ohne Bundeswehr (BoB) Christin Bernhold. „Die Bundeswehr ist aggressiver Akteur in Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und natürliche Lebensgrundlagen vernichtet werden. Wir setzen uns dagegen ein, dass sie sich als ganz normaler Arbeitgeber inszeniert. Die Offiziere wollen Akzeptanz für Kriege schaffen und neue Rekruten werben – dabei nutzen sie schamlos die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher aus“, so Bernhold weiter.

Unser Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, Protest und Widerstand gegen die Rekrutierung und die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr in Hamburg zu organisieren. Mit unserer Forderung „Bildung ohne Bundeswehr“ bezwecken wir die Entmilitarisierung der sogenannten Heimatfront.

Wir rufen gemeinsam mit 100 Organisationen und weiteren Einzelpersonen zur bundesweiten Aktionswoche vom 24.- 29. September 2012 gegen den Einfluss der Bundeswehr und der Rüstungsindustrie auf das Bildungswesen auf. In vielen Städten werden dezentral bunte und kreative Aktionen und Veranstaltungen für eine militärfreie Bildung und Forschung stattfinden.

Von Deutschland geht Krieg aus!

Protest mit Luftballonbomben: Aktion des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ während der Demonstration zum Antikriegstag

antikriegstagMit der Demonstration zum Antikriegstag am 1. September 2012 haben mehrere hundert Hamburgerinnen und Hamburger gegen die Kriegspolitik der Bundesrepublik Deutschland z.B. in Afghanistan und die drohenden Kriege gegen Syrien und den Iran protestiert. Auch das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ hat die Proteste wie im Jahr zuvor mit einer Aktion unterstützt. Die TeilnehmerInnen der Demonstration ließen nach der Zwischenkundgebung auf dem Altonaer Bruno-Tesch-Platz 100 „Bomben“ steigen. Die bombenförmigen Heliumluftballons sollten darauf aufmerksam machen, dass die deutsche Regierung durch ihre Beteiligung an Kriegen überall auf der Welt für Mord, Elend und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Mensch und Natur verantwortlich ist. Untermalt wurde diese Botschaft durch ein Transparent mit der Aufschrift „Von Deutschland geht Krieg aus!“ (siehe Anlage) sowie durch den Demospruch „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!“

Eine der Sprecherinnen des Bündnisses begleitete die Aktion mit einem Redebeitrag. Sie kritisierte die Indoktrinierungs- und Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr und machte auf die zunehmende Militarisierung nicht nur der Bildung, sondern der ganzen Gesellschaft aufmerksam. Das Bundesverteidigungsministerium beabsichtigt, die deutsche Kriegspolitik in allen zivilen Teilen der Gesellschaft zu verankern und auch diese für die Kriege vom deutschen Boden nutzbar zu machen. Besonderes Augenmerk hat die Bundeswehr seit einigen Jahren auf ihre Präsenz an Schulen gelegt. Dort verfolgt sie mehrere Ziele auf einmal: sie wirbt um Unterstützung für die imperialistischen Kriege wie in Afghanistan, stellt Kontakte zur zivilen Bevölkerung her und erforscht deren Meinung. Und schließlich inszeniert sie sich als ganz normaler Arbeitgeber, der ein gutes, sicheres und abwechslungsreiches Beschäftigungsverhältnis garantiert.

„Unsere Gesellschaft wird zunehmend militarisiert, damit die herrschenden Eliten weiter von Kriegen profitieren können“, kritisierte das Bündnismitglied Christin Bernhold. „Die Bundesregierung führt Krieg für geostrategische, machtpolitische und wirtschaftliche Interessen und deutsche Rüstungskonzerne verdienen sich mit mörderischem Gerät eine goldene Nase. Dagegen müssen wir gemeinsam Protest und Widerstand organisieren – in diesem Sinne soll unsere Aktion ein Zeichen setzen.“