Archiv für Oktober 2011

Materialien für einen Bundeswehrbesuch an der Schule

Immer wieder wollen LehrerInnen, Eltern oder SchülerInnen aktiv werden, wenn die Bundeswehr an ihre Schule bzw. an die Schule ihrer Kinder kommt. Einige wissen leider nicht, was sie unternehmen können oder wie sie etwas unternehmen können. Daher bieten wir jetzt erste Materialien an, mit denen bei der Schulleitung gegen den Besuch von Angehörigen der Bundeswehr protestiert und mit denen ein Kind von der Teilnahme am Unterricht mit Jugendoffizieren oder WehrdienstberaterInnen befreit werden kann.

Eine Vorlage zur Schulfreistellung und einen Antrag an die Schulleitung bei einem Bundeswehrbesuch an Eurer Schule findet ihr unter „Material“.

Offener Brief an CityCards Hamburg

Hamburg 24.10.2011

CityCards Hamburg
c/o Medienpool Extra GmbH
Hasenhöhe 26
22587 Hamburg

Kopie an: Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, die tageszeitung (taz), junge Welt, Neues Deutschland, Die Zeit, Die Welt, Spiegel, Spiegel Online, CDU Hamburg, SPD Hamburg, GAL Hamburg, DIE LINKE Hamburg, FDP Hamburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen haben wir, das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“ (BoB), festgestellt, dass Sie offensichtlich seit einiger Zeit Rekrutierungs- und Werbematerial für die deutsche Bundeswehr in Hamburg vertreiben. Wir sind empört darüber und halten dies für unverantwortlich.
Seit einigen Jahren hat die Bundeswehr ihre Rekrutierungs- und Werbestrategie umgestellt, um ihre militärische Riten und politischen Positionen in die Gesellschaft zu tragen, neue RekrutInnen anzuwerben und Unterstützung für die Kriege der Bundesrepublik zu generieren. Dafür setzen die MilitärstrategInnen auf diverse Formate, wie z.B. TV- und Radiospots, social media-Plattformen im Internet und die von Ihnen vertriebenen Postkarten.
Die Bundeswehr ist jedoch nicht ein Werbepartner wie jeder andere genauso wenig wie sie ein Arbeitgeber wie jeder andere ist. Sie ist ein Akteur in zahlreichen Kriegseinsätzen, deren Realität – Folter, Mord, Zerstörung – nach und nach vor allem aus Afghanistan über die Medien bekannt geworden ist. Mehrere Zehntausend Opfer hat allein der Krieg in Afghanistan gefordert. Die Natur ganzer Landstriche ist auf lange Zeit zerstört worden. Die soziale Situation am Hindukusch ist heute noch schlimmer als vor Kriegsbeginn: weniger Kinder gehen in die Schulen, Frauen sind – wie immer in Kriegen – in noch größerer Zahl Opfer von Verbrechen usw.
Die Bundeswehr verletzt auch nicht nur die Menschenrechte der AfghanInnen oder das Völkerrecht, sondern sie zieht auch zunehmend deutsche Jugendliche in den Krieg, die dann als verletzte, traumatisierte, letztlich gebrochene Menschen wieder heimkehren – wenn sie überhaupt wieder lebend zurückkommen.
Für diese Verbrechen sind Sie indirekt mit verantwortlich, wenn Sie die Rekrutierungs- und Werbepropaganda der Bundeswehr jungen Menschen zugänglich machen. Die Propagandamaterialien sind Teil der Kriegsführung an der Heimatfront. Sie fördern die Militarisierung der deutschen Gesellschaft, der deutschen Außenpolitik und erleichtern die Rekrutierung für die weltweiten Kriegseinsätze.
Wir fordern Sie daher auf, den Auftrag der Bundeswehr umgehend zu kündigen und damit Ihren Beitrag für eine friedliche Welt zu leisten, die frei ist von Armeen und Kriegen.

Mit freundlichen Grüßen
Christin Bernhold
für das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“

PM: Bildung ohne Bundeswehr auf der Messe „Du und deine Welt“

Hamburg, 3. Oktober 2011

Pressemitteilung des
Hamburger Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestierte heute, am 3.Oktober 2011, gegen die großflächige Präsenz der Bundeswehr auf der Messe „Du und deine Welt“. Am letzten Tag der Messe entfalteten AktivistInnen über dem Eingang Süd der Messehallen ein Transparent mit der Aufschrift „Bildung ohne Bundeswehr – Krieg ist keine Berufsperspektive“ (Foto im Anhang), während der Messestand der Bundeswehr mit Konfetti und Toilettenpapier verschönert wurde (Foto im Anhang). Die BesucherInnen der Messe reagierten positiv auf die Aktion zivilen Ungehorsams und nahmen die Flugblätter des Bündnisses bereitwillig mit.

Du und deine Welt„Die Bundeswehr hat auf Messen genau so wenig etwas zu suchen wie in Schulen“, so das Mitglied des Bündnisses Bildung ohne Bundeswehr (BoB) Christin Bernhold.
„Die Bundeswehr ist aggressiver Akteur in Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und natürliche Lebensgrundlagen vernichtet werden. Auf der Messe ‚Du und deine Welt‘ will sie sich als ganz normaler Arbeitgeber inszenieren, für Kriege Akzeptanz schaffen und neue Rekruten werben“, so Bernhold weiter.
„Insbesondere an einem Tag wie heute möchten wir daran erinnern, dass die Zusammenführung der Bundesrepublik und der DDR auch den Weg für die Remilitarisierung der deutschen Außenpolitik geebnet hat. Der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung ist der imperialistische Krieg und die Besatzung Afghanistans.“

Du und deine Welt ohne BundeswehrUnser Bündnis hat sich aus diesem Grund zum Ziel gesetzt, Protest und Widerstand gegen die Rekrutierung und die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr in Hamburg zu organisieren. Mit unserer Forderung „Bildung ohne Bundeswehr“ bezwecken wir die Entmilitarisierung der sogenannten Heimatfront.

Wir setzen uns dafür ein, dass die VertreterInnen der Bundeswehr weder in den Hamburger Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Bildungseinrichtungen auftreten noch bei sonstigen öffentlichen Anlässen werben dürfen.

Kontakt:
Christin Bernhold erreichen sie unter folgender Telefonnummer: 01577-8271728

Schreiben sie uns an bildungohnebundeswehr@gmx.de

Homepage: bildungohnebundeswehr.blogsport.de

Facebook: Bob Hamburg