Archiv für August 2011

Heraus zum Antikriegstag am 1. September!

Aufruf zum Jugendblock

Als das nationalsozialistische Deutschland am 1. September 1939 Polen überfiel, wurde damit nicht „nur“ der Zweite Weltkrieg von deutschem Boden aus entfesselt. Es war auch der Auftakt zum Rückfall in die Barbarei, der sich über Jahre hinweg bereits im Herzen des technologisch fortgeschrittensten Teils der Erde angekündigt hatte.
Seit 1957 erinnert die deutsche Friedens- und Antikriegsbewegung am 1. September jedes Jahres an den Tag, an dem der deutsche Faschismus seinen Eroberungsfeldzug begann.

Doch die Ursachen für Kriege sind keineswegs mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs oder mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus der Welt geschafft worden. Heute führen die führenden kapitalistischen Staaten der Erde Kriege, um Zugang zu Rohstoffen zu erhalten, den Transport von Waren durchzusetzen, um strategisch wichtige Teile der Welt zu kontrollieren, um politischen Gegnern zu schaden oder um sich in der internationalen Politik durchzusetzen. Diese Motive sind maßgeblich für die Auslandseinsätze der Bundeswehr, für die Interventionen der NATO oder der „Koalitionen der Willigen“ unter der Führung der USA. Die Kriege in Afghanistan, im Irak und in Libyen oder die Militäroperationen vor der Küste Somalias zeigen, dass Kapitalismus und Krieg zusammengehören.

Die Bundeswehrreformen aller Bundesregierungen seit 1989/90 eint der zentrale Zweck, die Kriegsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland zu steigern, um weitere Kriegseinsätze im Ausland durchführen zu können. Dafür braucht die Bundeswehr aber nicht nur mehr und bessere Waffen, sondern auch besserausgebildeter SoldatInnen sowie die Unterstützung durch die Bevölkerung.

Die Militarisierung der Bildung, insbesondere der Hochschulen und Schulen, ist ein Mittel unter vielen, um Nachwuchs für die Bundeswehr anzuwerben und den gesellschaftlichen Rückhalt für Kriegseinsätze zu organisieren. Seit einigen Jahren drängen die deutschen Militärs daher auch an die Schulen der Republik. Über die Kooperationsvereinbarungen zwischen Landesschulministerien und der Bundeswehr – bisher gibt es in neun Bundesländern ein solches Abkommen – erhalten die Militärpropagandisten sogar die Möglichkeit, ReferendarInnen und LehrerInnen aus- und weiterzubilden sowie den Unterricht über Materialien und Lehrpläne mitzugestalten. Letztlich indoktriniert und rekrutiert die Bundeswehr an Schulen und Hochschulen für den Krieg. Dabei nutzt sie die zunehmende Perspektivlosigkeit von Jugendlichen schamlos aus, indem sie ihnen eine „Karriere mit Zukunft“ verspricht.

Unser Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“ lehnt sowohl die Präsenz der Bundeswehr an Schulen als auch ihre Kriegseinsätze ab und wir kämpfen dagegen, dass Hamburg ein Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr abschließt. Der Schwur der Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald „Nie wieder Faschismus! Nie Wieder Krieg!“ ist uns gestern wie heute eine Verpflichtung. Kommt daher zum Jugendblock bei der:

Demonstration vom Hamburger Forum
am 1. September 2011
Auftaktkundgebung um 17.30 Uhr S-Bahn Dammtor