BoB bei Ostermärschen in Hamburg und Wedel

Jedes Jahr finden in der gesamten Bundesrepublik an Ostern die „Ostermärsche“ statt. Am Ostersamstag demonstrierten im schleswig-holsteinischen Wedel etwa 150 FriedensfreundInnen bei Schnee und Kälte für eine Welt ohne Kriege, ein Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und ein Verbot der Rüstungsexporte. Die VeranstalterInnen hatten unser Bündnis im Vorfeld um einen Redebeitrag gebeten und dieser Einladung haben wir natürlich gern entsprochen. Unsere Rede haben wir weiter unten dokumentiert. Foto Ostermarsch Wedel
Am Ostermontag bei wesentlich besseren Witterungsverhältnissen gingen in Hamburg mehrere hundert Menschen auf die Straße und forderten ebenfalls das sofortige Ende der deutschen Auslandseinsätze und ein Verbot der Rüstungsexporte. Wie in den letzten Jahren war auch unser Bündnis bei der Demonstration mit Transparenten und Flyern präsent. Beim abschließenden Friedensfest in der Hamburger Innenstadt hielt eines unserer Mitglieder einen kurze Rede (auch dieser Text ist weiter unten dokumentiert).

(mehr…)

Neue Termine der Bundeswehr

3.5.: Musikkorps der BW beim Kirchentag
9./10.5.: Infostand beim Hafengeburtstag
28./29.5.: Messe Vocatium
1./2.6.: Hafenfest Harburg
25.6.: Vortrag BIZ Hamburg
29.6.: Tag der offenen Tür und Beförderungsappell an der Universität der Bundeswehr Hamburg

Gegen den Bundeswehr-Werbefeldzug am Helmut-Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg

Am 21. Januar 2013 ging die Bundeswehr am Helmut-Schmidt-Gymnasium in Hamburg-Wilhelmsburg auf Nachwuchsjagd. Jugendoffiziere waren für eine Veranstaltung der Jahrgänge 11 und 12 geladen und sollten im Rahmen eines Berufseinstiegstages den Job des Soldaten schmackhaft machen. Doch ganz ungestört lief der Auftritt der Bundeswehr nicht. Noch vor Schulbeginn sammelte sich ein gutes Dutzend AntimilitaristInnen vor dem Schulgelände und protestierte gegen den Werbefeldzug der Bundeswehr.

Mit Flugblättern der Kampagne „Krieg beginnt hier!“ und des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr“, die an die nach und nach eintreffenden SchülerInnen verteilt wurden, konnten auch antimilitaristische Akzente vor dem Schultor gesetzt werden. Auf einem Transparent war „Kein werben für´s sterben – Bundeswehrauftritte stoppen!“ zu lesen, auf einem andern wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Krieg hier beginnt. Die Reaktionen der SchülerInnen waren überwiegend positiv. Denn was die Bundeswehr an Bildungseinrichtungen verloren hat, fragen sich viele. Offenbar hat es sich rumgesprochen, dass öffentliche Auftritte des Bundeswehr immer häufiger auf Widerstand stoßen, weshalb auch die Polizei von Anfang an vor Ort war. Sie drohte den anwesenden AntimilitaristInnen mit Platzverweisen, worauf hin spontan eine Kundgebung angemeldet wurde. Die Bundeswehr selbst sollte erst am Mittag an die Schule kommen.

Öffentliche Auftritte der Bundeswehr dienen nicht nur der Nachwuchsrekrutierung, sondern sollen die gesellschaftliche Akzeptanz für Militär und Kriegseinsätze erhöhen. Das extra ausgebildete Jugendoffiziere ausgerechnet auf Schülerinnen und Schüler losgelassen werden, also bei den Jüngsten mit der Indoktrinierung begonnen wird, spricht Bände. Die Einmischung des Militärs und der Rüstungsindustrie im Bildungsbereich nimmt immer weiter zu. In einer Zeit in der die Bundeswehr weltweit im Einsatz ist – um Rohstoffe, geostrategische Positionen und den freien Warenverkehr zu sichern – soll eben auch die Akzeptanz an der Heimatfront erhöht werden. Krieg ist mittlerweile wieder Normalzustand dieser Gesellschaft geworden. Die aufdringlichen Imagekampagnen der Bundeswehr, ihr Eindringen in den Bildungsbereich und die zunehmende Verstrickung ziviler und militärischer Aufgaben sind Ausdruck einer aggressiver werdenden deutschen Außenpolitik, die auch militärisch die Interessen von Staat und Kapital durchzusetzen sucht.

Aber in vielen Städten werden die öffentliche Auftritte der Bundeswehr regelmäßig gestört. Auch in Hamburg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu kleineren Protestaktionen, wie jetzt vor dem Helmut-Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg. Es fällt den Militärs immer schwerer, sich widerspruchsfrei in Szene zu setzten. Es ist wichtig, dass der Widerstand gegen Krieg und Militarismus noch breiter wird und der Bundeswehr keine ruhige Minute mehr lässt. Wenn die Bundeswehr um Akzeptanz buhlt, müssen wir als linke AntimilitaristInnen ihr einen Strich durch die Rechnung machen. Die Werbeveranstaltung am vergangenen Montag wird leider nicht die letzte dieser Art gewesen sein – aber auch nicht die letzte wo mit Protesten zu rechnen ist! Bundeswehr raus aus den Schulen!

Du und deine Kriegswelt – Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung

Das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ protestierte heute, am 22. September 2012, gegen die großflächige Präsenz der Bundeswehr auf der Messe „Du und deine Welt“. Die Aktion fand als Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung statt.

Zum Messeauftakt entfalteten AktivistInnen vor dem Eingang Süd der Messehallen ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Werben fürs Sterben – Bundeswehrauftritte stoppen“. Gleichzeitig wurden Flugblätter an Besucher verteilt und von diesen interessiert entgegengenommen. Unbekannte hatten zudem literweise Kunstblut vor dem Haupteingang verschüttet und lautstark vermittelt, dass sie mit ihrer Aktion auf die zahlreichen Opfer der Auslandseinsätze der Bundeswehr aufmerksam machen wollten.

„Die Bundeswehr hat auf dieser Messe genauso wenig zu suchen wie in Schulen und an anderen öffentlichen Orten“, so das Mitglied des Bündnisses Bildung ohne Bundeswehr (BoB) Christin Bernhold. „Die Bundeswehr ist aggressiver Akteur in Kriegen, in denen rücksichtslos für die Interessen von Konzernen und westlichen Staaten Menschen ermordet und natürliche Lebensgrundlagen vernichtet werden. Wir setzen uns dagegen ein, dass sie sich als ganz normaler Arbeitgeber inszeniert. Die Offiziere wollen Akzeptanz für Kriege schaffen und neue Rekruten werben – dabei nutzen sie schamlos die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher aus“, so Bernhold weiter.

Unser Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, Protest und Widerstand gegen die Rekrutierung und die öffentlichen Auftritte der Bundeswehr in Hamburg zu organisieren. Mit unserer Forderung „Bildung ohne Bundeswehr“ bezwecken wir die Entmilitarisierung der sogenannten Heimatfront.

Wir rufen gemeinsam mit 100 Organisationen und weiteren Einzelpersonen zur bundesweiten Aktionswoche vom 24.- 29. September 2012 gegen den Einfluss der Bundeswehr und der Rüstungsindustrie auf das Bildungswesen auf. In vielen Städten werden dezentral bunte und kreative Aktionen und Veranstaltungen für eine militärfreie Bildung und Forschung stattfinden.

Von Deutschland geht Krieg aus!

Protest mit Luftballonbomben: Aktion des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ während der Demonstration zum Antikriegstag

antikriegstagMit der Demonstration zum Antikriegstag am 1. September 2012 haben mehrere hundert Hamburgerinnen und Hamburger gegen die Kriegspolitik der Bundesrepublik Deutschland z.B. in Afghanistan und die drohenden Kriege gegen Syrien und den Iran protestiert. Auch das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ hat die Proteste wie im Jahr zuvor mit einer Aktion unterstützt. Die TeilnehmerInnen der Demonstration ließen nach der Zwischenkundgebung auf dem Altonaer Bruno-Tesch-Platz 100 „Bomben“ steigen. Die bombenförmigen Heliumluftballons sollten darauf aufmerksam machen, dass die deutsche Regierung durch ihre Beteiligung an Kriegen überall auf der Welt für Mord, Elend und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Mensch und Natur verantwortlich ist. Untermalt wurde diese Botschaft durch ein Transparent mit der Aufschrift „Von Deutschland geht Krieg aus!“ (siehe Anlage) sowie durch den Demospruch „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!“

Eine der Sprecherinnen des Bündnisses begleitete die Aktion mit einem Redebeitrag. Sie kritisierte die Indoktrinierungs- und Rekrutierungsmethoden der Bundeswehr und machte auf die zunehmende Militarisierung nicht nur der Bildung, sondern der ganzen Gesellschaft aufmerksam. Das Bundesverteidigungsministerium beabsichtigt, die deutsche Kriegspolitik in allen zivilen Teilen der Gesellschaft zu verankern und auch diese für die Kriege vom deutschen Boden nutzbar zu machen. Besonderes Augenmerk hat die Bundeswehr seit einigen Jahren auf ihre Präsenz an Schulen gelegt. Dort verfolgt sie mehrere Ziele auf einmal: sie wirbt um Unterstützung für die imperialistischen Kriege wie in Afghanistan, stellt Kontakte zur zivilen Bevölkerung her und erforscht deren Meinung. Und schließlich inszeniert sie sich als ganz normaler Arbeitgeber, der ein gutes, sicheres und abwechslungsreiches Beschäftigungsverhältnis garantiert.

„Unsere Gesellschaft wird zunehmend militarisiert, damit die herrschenden Eliten weiter von Kriegen profitieren können“, kritisierte das Bündnismitglied Christin Bernhold. „Die Bundesregierung führt Krieg für geostrategische, machtpolitische und wirtschaftliche Interessen und deutsche Rüstungskonzerne verdienen sich mit mörderischem Gerät eine goldene Nase. Dagegen müssen wir gemeinsam Protest und Widerstand organisieren – in diesem Sinne soll unsere Aktion ein Zeichen setzen.“