Der Bundeswehrwerbefeldzug geht weiter…

Leider bleiben wir auch im neuen Jahr von Bundeswehrauftritten nicht verschont. Einige Termine sind kurzfristig öffentlich geworden:

10.1.: Julius-Leber-Schule
25.1.: Otto-Hahn-Schule
25.1.: Gymnasium Kiwi
31.1.: Gymnasium Oldenfelde
01.2.: Stadtteilschule Bergstedt
07.2.: Gymnasium Lämmermarkt
08.2.: Luisen Gymnasium

Außerdem gibt es den gewohnten Termin der Bundeswehr auf der Berufseinstiegsmesse am 24. und 25.2. und ein Konzert des BW-Orchesters am 27.3.2012

Neue Materialien

In der Rubrik „Material“ findet ihr ab sofort den allgemeinen Flyer zur Vorstellung des Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr“. Zusätzlich haben wir die aktuelle Bundeswehrwerbung „Kein Schmuck für jedermann…“, die dem einen oder der anderen bereits begegnet sein könnte, etwas modifiziert und den wirklichen Verhältnissen angepasst. In Zukunft werdet ihr die „neue Bundeswehrwerbung“ auch in einigen Läden und Kneipen Hamburgs finden. Neu ist auch ein Banner zum Verlinken unserer Website.

Hier gehts zum Material

Presseerklärung des Hamburger Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ zu Protesten am Goethe-Gymnasium in Hamburg-Lurup

Auf der Homepage des Goethe-Gymnasiums Hamburg-Lurup ist zu lesen, dass die Schule seit 2006 mit dem „Gütesiegel für vorbildliche Berufsorientierung ausgezeichnet“ wird, unter anderem weil sie „außerschulische Lernorte“ in den Unterricht integriere. Das Ziel der schulischen Arbeit sei, so heißt es weiter, die Förderung von „Kernkompetenzen im sozialen Umgang mit anderen“, „Toleranz und Verantwortung“, um „langfristig die Anschlussfähigkeit“ der SchülerInnen zu steigern. „Von Beginn an“ werde auf „ein friedliche Miteinander“ und auf ein „konfliktfreien Umgang“ besonders Wert gelegt.
„Wie sich diese löblichen Ansprüche damit in Einklang bringen lassen, dass die Schulleitung jedes Jahr die Bundeswehr zu ihrer „Berufsinfobörse“ einlädt, ist mir schleierhaft“, so Christin Bernhold, Sprecherin des Hamburger Bündnisses „Bildung ohne Bundeswehr“. Der parteiunabhängige Zusammenschluss protestierte am Donnerstag Abend (1.12.2011) dementsprechend vor der Aula der Schule, in der SchülerInnen der Jahrgangsstufen 8 bis 12 unter anderem von einem Vertreter der Bundeswehr über – wie es in den Propagandamaterialien der Militärs heißt – eine „Karriere mit Zukunft“ beim Bund „informiert“ wurden.
„Auf unsere Briefe an die Verantwortlichen der Schule haben wir keine Antwort erhalten. Wir hatten die Schulleitung gebeten, die Bundeswehr wieder auszuladen“, so Bernhold. „13-jährige Schülerinnen und Schüler zu ausgebildeten und bezahlten Jugendoffizieren der Bundeswehr zu schicken, die den Auftrag haben, die Meinung des Bundesverteidigungsministeriums nach außen zu vertreten, ist verantwortungslos. Sie beschönigen Kriege und stellen Geld in Aussicht, damit junge Menschen zur Bundeswehr kommen. ‚Friedliche‘ Formen der Konfliktlösung lernt man bei der Bundeswehr nur, sofern sie der militärischen Logik dienen.“ Die Jugendlichen, denen über Flyer und im direkten Gespräch das Anliegen des Bündnisses näher gebracht wurde, reagierten bis auf wenige Ausnahmen positiv.
Die Rekrutierungs- und Indoktrinierungseinsätze an Schulen, die schon seit einigen Jahren – jetzt noch verstärkt seit der Aussetzung der Wehrpflicht – von der Bundeswehr angeboten und durchgeführt werden, verletzen nicht nur die politische Neutralität der Schulen als Lern- und Bildungsinstitution. Sie gewöhnen auch Menschen schon früh daran, dass Militärs und Krieg im öffentlichen Leben „dazu gehören“. „Die Bundeswehr ist kein ‚normales Unternehmen‘ wie jedes andere“, so Bernhold schließlich. „Während hier der Jugendoffiziere berichtet, wie schön es beim Bund ist, sind bereits die nächsten Kontingente der Bundeswehr auf dem Weg nach Afghanistan, um dort für die westlichen Wirtschaftsinteressen Bomben zu werfen und Menschen zu töten.“

Pressekontakt:
Christin Bernhold erreichen sie unter folgender Telefonnummer: 01577-8271728
Schreiben sie uns an: bildungohnebundeswehr@gmx.de
Homepage: bildungohnebundeswehr.blogsport.de
Facebook: Bob Hamburg

Materialien für einen Bundeswehrbesuch an der Schule

Immer wieder wollen LehrerInnen, Eltern oder SchülerInnen aktiv werden, wenn die Bundeswehr an ihre Schule bzw. an die Schule ihrer Kinder kommt. Einige wissen leider nicht, was sie unternehmen können oder wie sie etwas unternehmen können. Daher bieten wir jetzt erste Materialien an, mit denen bei der Schulleitung gegen den Besuch von Angehörigen der Bundeswehr protestiert und mit denen ein Kind von der Teilnahme am Unterricht mit Jugendoffizieren oder WehrdienstberaterInnen befreit werden kann.

Eine Vorlage zur Schulfreistellung und einen Antrag an die Schulleitung bei einem Bundeswehrbesuch an Eurer Schule findet ihr unter „Material“.

Offener Brief an CityCards Hamburg

Hamburg 24.10.2011

CityCards Hamburg
c/o Medienpool Extra GmbH
Hasenhöhe 26
22587 Hamburg

Kopie an: Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, die tageszeitung (taz), junge Welt, Neues Deutschland, Die Zeit, Die Welt, Spiegel, Spiegel Online, CDU Hamburg, SPD Hamburg, GAL Hamburg, DIE LINKE Hamburg, FDP Hamburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen haben wir, das Hamburger Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“ (BoB), festgestellt, dass Sie offensichtlich seit einiger Zeit Rekrutierungs- und Werbematerial für die deutsche Bundeswehr in Hamburg vertreiben. Wir sind empört darüber und halten dies für unverantwortlich.
Seit einigen Jahren hat die Bundeswehr ihre Rekrutierungs- und Werbestrategie umgestellt, um ihre militärische Riten und politischen Positionen in die Gesellschaft zu tragen, neue RekrutInnen anzuwerben und Unterstützung für die Kriege der Bundesrepublik zu generieren. Dafür setzen die MilitärstrategInnen auf diverse Formate, wie z.B. TV- und Radiospots, social media-Plattformen im Internet und die von Ihnen vertriebenen Postkarten.
Die Bundeswehr ist jedoch nicht ein Werbepartner wie jeder andere genauso wenig wie sie ein Arbeitgeber wie jeder andere ist. Sie ist ein Akteur in zahlreichen Kriegseinsätzen, deren Realität – Folter, Mord, Zerstörung – nach und nach vor allem aus Afghanistan über die Medien bekannt geworden ist. Mehrere Zehntausend Opfer hat allein der Krieg in Afghanistan gefordert. Die Natur ganzer Landstriche ist auf lange Zeit zerstört worden. Die soziale Situation am Hindukusch ist heute noch schlimmer als vor Kriegsbeginn: weniger Kinder gehen in die Schulen, Frauen sind – wie immer in Kriegen – in noch größerer Zahl Opfer von Verbrechen usw.
Die Bundeswehr verletzt auch nicht nur die Menschenrechte der AfghanInnen oder das Völkerrecht, sondern sie zieht auch zunehmend deutsche Jugendliche in den Krieg, die dann als verletzte, traumatisierte, letztlich gebrochene Menschen wieder heimkehren – wenn sie überhaupt wieder lebend zurückkommen.
Für diese Verbrechen sind Sie indirekt mit verantwortlich, wenn Sie die Rekrutierungs- und Werbepropaganda der Bundeswehr jungen Menschen zugänglich machen. Die Propagandamaterialien sind Teil der Kriegsführung an der Heimatfront. Sie fördern die Militarisierung der deutschen Gesellschaft, der deutschen Außenpolitik und erleichtern die Rekrutierung für die weltweiten Kriegseinsätze.
Wir fordern Sie daher auf, den Auftrag der Bundeswehr umgehend zu kündigen und damit Ihren Beitrag für eine friedliche Welt zu leisten, die frei ist von Armeen und Kriegen.

Mit freundlichen Grüßen
Christin Bernhold
für das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“