Die Neuauflage des Korea-Konflikts


Beim letzten BoB-Antikriegstalk in diesem Jahr geht es um den bis heute ungelösten Konflikt auf der koreanischen Halbinsel.

Seit Donald Trumps Amtsantritt ist Korea wieder in den Fokus der internationalen Politik gerückt. Für die US-Regierung ist die Demokratische Volksrepublik Korea ein „Schurkenstaat“. Im Zentrum der westlichen Propaganda, die umfangreiche Militärmanöver der US-Armee in der Region flankieren, steht das nordkoreanische Atomprogramm. Dabei reicht die Auseinandersetzung zwischen den USA und Nordkorea historisch Jahrzehnte zurück und politisch-ökonomisch weit über das Atomprogramm und die Spannungen zwischen den beiden Koreas hinaus. Es geht um mehr als den potentiellen Besitz von Atomwaffen eines Staates, der nicht der „westlichen Wertegemeinschaft“ angehört und sich nicht der imperialistischen US-Politik fügt. Die koreanische Halbinsel ist unter neuen Bedingungen auch Austragungsort der Konkurrenz zwischen den ökonomisch wankenden USA und der Volksrepublik China – ein hochexplosives Gemisch.
Unser Gast Arnold Schölzel skizziert die historische Genese des Korea-Konflikt, die heutigen Interessenlagen und Verzerrungen hiesiger Berichterstattung.

Venezuela vor und nach dem Putschversuch


Anfang des Jahres organisierte die venezolanische Opposition um den Präsidenten der venezolanischen Nationalversammlung, Juan Guaidó, einen Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung Nicolás Maduros. Vorerst ist dieser gescheitert. Allerdings betonen Guaidó und die Trump-Administration bis heute, dass „die militärische Option“ weiterhin auf dem Tisch sei. Guaidó und die Seinen wollen die Macht im Staat an sich reißen, um eine neoliberale Agenda zu implementieren. Die US-Administration, die EU, die konservativ-neoliberalen und (proto)faschistischen Regierungen Südamerikas unterstützten dieses Vorhaben, um wie in den 1970er-Jahren eine Rechtswende in Südamerika durchzusetzen. In Venezuela ist es auch nicht der erste Versuch, das bolivarische Projekt zu beenden. Bereits im April 2002 scheiterten Unternehmer und rechte politische Kräfte mit einen Staatsstreich gegen Maduros Vorgänger Hugo Chávez.
Unser Gast vom Bloque Latinoamericano Berlin wird ihre Einschätzung des Putschversuchs darlegen und umreißen, wie die politisch-ökonomische Lage in Venezuela derzeit aussieht.

Komm zum BoB-Café


Du willst Information statt Propaganda? Du willst was gegen Krieg und Kapitalismus tun? Und du hast Hunger und Durst?

Dann bist du bei uns genau richtig. Ab September 2019 veranstalten wir als Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ jeden zweiten Donnerstag im Monat im Internationalen Zentrum B5 (Brigittenstraße 5, 20359 Hamburg) das BoB-Café.

Jeweils ab 19 Uhr zeigen wir in gemütlicher und solidarischer Atmosphäre Spiel- und Dokumentarfilme, die eine kritische Sicht auf aktuelle oder historische Entwicklungen rund um die Frage von Krieg und Frieden eröffnen und deren Inhalte in den Mainstream-Medien kaum abgebildet werden. Wir wollen uns über Geschehnisse der Vergangenheit und Gegenwart eine eigene Meinung bilden, damit wir heute effektiv und effizient gegen Bellizismus, Kriege und Kapitalismus kämpfen können.

In den nächsten Monaten werden wir unter anderem Hintergrundberichte über die schmutzige US-Kriegsführung mit Killerdrohnen und -kommandos, rechte paramilitärische Netzwerke in Westeuropa oder den aktuellen Widerstand der palästinensischen Bevölkerung gegen die israelische Besatzung zugänglich machen. Auch Biopics, z.B. zum kongolesischen Politiker Lumumba, oder Bio-Dokus, etwa über die südafrikanische Widerstandskämpferin Winnie Mandela oder den ermorden burkinischen Revolutionär Thomas Sankara, und vieles mehr wird es zu sehen geben.

Zu den Filmen bieten wir gegen eine Spende von zwei Euro günstiges und leckeres veganes Essen sowie zu erschwinglichen Preisen diverse alkoholische und alkoholfreie Getränke an.

Nach den Filmen besteht auch die Möglichkeit, mit anderen Gästen und uns zu diskutieren. Bei der Gelegenheit kannst du auch das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr (BoB)“ und seine Arbeit kennenlernen.

Es fehlen 43 und viele mehr! Ayotzinapa und deutsche Waffen in Mexiko


Am 26. September 2014 verschwanden im mexikanischen Bundesstaat Guerrero 43 politisch aktive Studenten der Pädagogischen Fachhochschule Ayotzinapa. An der Entführung und mutmaßlichen Ermordung wirkten wahrscheinlich staatliche Repressionsorgane, Drogenbanden und VertreterInnen der politisch-ökonomischen Eliten des Landes zusammen. Bis heute ist der Verbleib der 43 Studenten ungeklärt.
Bei der Entführung kamen, wie in zahlreichen anderen Fällen im mexikanischen Krieg im Innern, auch deutsche Waffen zum Einsatz. Die Firma Heckler & Koch exportiert seit Langem tausende G36-Sturmgewehre nach Mexiko, auch nach Guerrero, wo die Studenten verschleppt wurden. Im Jahr 2018 genehmigte die Bundesregierung wieder Waffenlieferungen im Wert von über 8,6 Millionen Euro nach Mexiko.
Unser Gast Prof. Christof Parnreiter (Universität Hamburg) wird anlässlich des fünften Jahrestags die Hintergründe zur Entführung der 43 Studenten darlegen und mit uns die Rolle der deutschen Waffenindustrie im Krieg im Innern Mexikos diskutieren.

Gegen Kriegspropaganda und Rekrutierung beim 830. Hafengeburtstag

Am Samstag (11.5.) protestierte das Bündnis „Bildung ohne Bundeswehr“ (BoB) gemeinsam mit mehreren dutzend anderen AntimilitaristInnen vor dem „Einsatzgruppenversorger Berlin“ der Marine auf dem 830. Hafengeburtstag. Mit dem Motto „Krieg beginnt hier: Werbung für Kampfeinsätze ist kein Familienspaß, SoldatInnen töten Menschen!“ schuf die Protestaktion einen Kontrast zu der an die breite Öffentlichkeit gerichtete Kriegswerbung und zeigte die Verbindung wirtschaftlicher Interessen und militärischer Intervention auf.

Als Auftakt um 11 Uhr sorgte ein spontanes Hip-Hop-Livekonzert von Master Al und Albino direkt neben dem Zugang zum Kriegsschiff bei den BesucherInnen des Hafengeburtstag für Aufmerksamkeit. Der antimilitaristische Auftritt wurde von AktivistInnen mit Plakaten („Wir wollen eure Kriege nicht“ und „Krieg ist keine Berufsperspektive – Bildung ohne Bundeswehr“) und Slogans („Deutsche Waffen, deutsche Geld morden mit in aller Welt“) unterstützt. Nach kurzer Zeit war die Polizei zur Stelle und versuchte, den Protest zu unterbinden. Man ließ sich nicht mundtot machen und skandierte: „Bei deutschen Kriegen geht’s nur ums Geld – Bundeswehr raus aus den Ländern der Welt!“.

Nach der Aktion gab es eine Kundgebung an der Überseebrücke. Die vorbeilaufenden BesucherInnen und Familien wurden mit Flyer auf die subtile Anwerbung junger RekrutInnen aufmerksam und gemacht. Mit Redebeiträgen, Sprechchören und Flyern wurde auf die Verbindung der sogenannten humanitären Einsätze mit geostrategischen und ökonomischen Interessen hingewiesen.

In einer Rede verdeutlichte ein Sprecher des Bündnisses Bildung ohne Bundeswehr: „Kriegs- und Auslandseinsätze finden ausnahmslos in Ländern mit großen Rohstoffreserven, auf wichtigen (See-)Handels- und Transitwegen sowie rund um das Mittelmeer und entlang der Flüchtlingsrouten statt.“ Zudem zeigte er mit Verweis auf die Führungsakademie und Bundeswehruniversität die Bedeutung Hamburgs als wichtigen strategischen Standort des deutschen Militärs auf.

Die Pressesprecherin des Bündnisses, Denise Wilken, sagte schließlich: „Hamburg ist aber nicht nur wichtig für die Rekrutierung von Jugendlichen, Werbung für Krieg und Militär, sondern auch als Rüstungsdrehscheibe. Der Hafen ist ein zentraler Umschlagplatz für Unmengen Waffen und Munition. Die Stadt ist heute leider ein Tor zur Welt von Krieg und Tod.“